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Quellenverweise

Frankfurter Nationalversammlung

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Ein besonderes Augenmerk richtete sich auf die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Seit dem 18. Mai 1848 tagte dort ein Parlament, das über den zukünftigen Staatsaufbau und Verfassung eines deutschen Nationalstaats debattierte. Deren Abgeordnete konnten sich jedoch über mehrere Monate hinweg nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen, sodass die Militärs Preußens und Österreichs wieder die Kontrolle zurückgewannen.

Vorparlament

Nachdem im gesamten Deutschen Bund infolge der Märzrevolution die sogenannten Märzminister eingesetzt wurden, organisierten liberale Vertreter in Frankfurt am Main ein Vorparlament. Gemeinsam mit den Demokraten einigten sich die Liberalen problemlos auf Wahlen zu einer Nationalversammlung. Kurz darauf führte die Streitfrage um die zukünftige Staatsform erstmals zur Polarisation zwischen beiden Gruppen. Da sich ein Teil der Demokraten für die radikale Einführung einer Republik einsetzte, lehnten die Liberalen vorerst eine Zusammenarbeit ab. Denn diese wollten die Revolution so schnell wie möglich beenden, um eine konstitutionelle Monarchie zu errichten1.

Konflikte mit den Großmächten

Die Großmächte Preußen und Österreich waren von den Ideen der Liberalen alles andere als begeistert. Freie Wahlen und Zusammenarbeit mit der Nationalversammlung waren für beide von äußerst wenig Interesse. Daher war das Parlament in der Frankfurter Paulskirche von Beginn an auf sich allein gestellt. In Österreich ergab sich zusätzlich das Problem, dass es als Vielvölkerstaat verschiedene Nationalitäten mit eigener Sprache und Kultur beherbergte. Somit war es sehr schwierig zu entscheiden, auf welches Gebiet sich ein deutscher Nationalstaat denn überhaupt erstrecken solle2. Hier geht es zum Artikel über die großdeutsche und kleindeutsche Lösung.

Parteipolitische Fraktionen

Der Beginn der Frankfurter Nationalversammlung gilt in der Geschichte auch als Geburtsstunde deutscher Parteien. Erstmals schlossen sich politische Aktivisten zu Fraktionen zusammen und vertraten unterschiedliche Ansichten. Während die Konservativen die alte Ordnung möglichst bewahren wollten, forderten Liberale politisches Mitspracherecht und die Absicherung ihrer sozialen Stellung. Die Demokraten wollten die Monarchie ganz abschaffen und eine Republik mit Volkssouveränität einführen. Da deren Vorgehen meist als radikal eingestuft wurde, wendeten sich die Liberalen von ihnen ab. Die Nationalversammlung war deutlich vom akademisch gebildeten Bürgertum dominiert und erhielt daher den Beinamen „Professorenparlament3.

Scheitern der Paulskirche

Im Spätsommer 1848 konnten die Aufstände in Österreich durch die Gegenrevolution erfolgreich zerschlagen werden. Im Dezember löste König Friedrich Wilhelm IV. die Nationalversammlung in Preußen unter Waffengewalt auf. Beide Großmächte hatten sich also wieder erholt und beharrten darauf, ihre Vormachtstellung zu bewahren. In der Frankfurter Nationalversammlung legte im März 1849 ein Teil der Liberalen eine Reichsverfassung vor. Sie boten Preußens König Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone in einem kleindeutschen Nationalstaat als konstitutionelle Monarchie an. Dies hätte bedeutet, dass sich Preußen diesen Beschlüssen unterwerfen würde. Da Friedrich IV. die Kaiserwürde ablehnte, waren letztlich alle liberalen Bemühungen gescheitert. Als im Juni 1849 das verbliebene Rumpfparlament in Stuttgart niedergeschlagen wurde, war die Revolution beendet4.

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