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Quellenverweise

Gruppe Ulbricht

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Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs reiste mit der Gruppe Ulbricht ein Kader von Exilkommunisten von der Sowjetunion nach Deutschland. Sie waren damit beauftragt worden, die politische Verwaltung in der sowjetischen Besatzungszone neu zu organisieren. Die Schlüsselpositionen wurden infolgedessen mit linientreuen KPD-Politikern besetzt, sodass die Grundlagen für den Aufbau des Sozialismus in der späteren DDR geschaffen wurden.

Vorgeschichte

Seit der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ und Etablierung des „Dritten Reichs“ 1933 waren KPD-Politiker in Deutschland einer radikalen Verfolgungs- und Verhaftungswelle ausgesetzt. Zahlreiche Kommunisten wanderten daher in die Sowjetunion aus, die seit der Russischen Revolution ein sozialistisches Staatssystem war. Als die deutsche Niederlage im Zweiten Weltkrieg 1945 immer offensichtlicher wurde, begann die sowjetische Regierung mit einem Programm für das Nachkriegsdeutschland. Demzufolge sollten sich linientreue kommunistische Emigranten um die Neuorganisation in der sowjetischen Besatzungszone kümmern. Ziel und Zweck war der Aufbau des Sozialismus nach Vorbild der Sowjetunion.1

Gruppe Ulbricht

Kurz vor der Nachkriegszeit reiste die sogenannte Gruppe Ulbricht am 30. April 1945 von Moskau nach Berlin. Der Kader wurde nach der Hauptperson Walter Ulbricht genannt, der in den ersten Jahren der DDR eine führende Rolle übernahm. Sie kümmerten sich um die Lebensmittelversorgung in Berlin und sollten deren Einwohner dazu bringen, die Anweisungen der sowjetischen Militärregierung zu befolgen. Des Weiteren überreichte Ulbricht den sowjetischen Stadtkommandanten vorgefertigte Namenslisten von KPD-Politikern, die wichtige Schlüsselpositionen in der Stadtverwaltung besetzen sollten. Die Gruppe Ulbricht sollte auch die Gründung von Parteien und Gewerkschaften neu organisieren, um der Bevölkerung zu suggerieren, dass es nicht zum Aufbau eines sozialistischen Systems kommen werde. Ulbricht erklärte diesbezüglich in einem Interview, „dass es demokratisch aussehen müsse, aber die Schlüsselpositionen von Kommunisten besetzt werden sollen“.2

Folgen

Die Tätigkeit der Gruppe Ulbricht hatte langfristige Auswirkungen auf die Politik in der sowjetischen Besatzungszone. Mit der Neugründung von Parteien und Gewerkschaften sollte zunächst der Anschein vermittelt werden, als würde man nicht den Aufbau eines sozialistischen Systems beabsichtigen. Durch die Besetzung wichtiger Verwaltungsämter mit KPD-Politikern wurden aber die Grundlagen für den Aufbau des Sozialismus geschaffen. Anschließend erfolgten die Bodenreform und Zwangsvereinigung der SPD und KPD zur SED. Damit sollten Staat, Wirtschaft und Kultur in der späteren DDR vereinheitlicht werden.3






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