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Die Berliner „Luftbrücke“


Am 24. Juni 1948 wurden die Menschen in Westberlin von der Außenwelt abgeschnitten. Die Sowjetische Militäradministration reagierte auf die zuvor in den Westzonen durchgeführte Währungsreform und blockierte alle Land- und Wasserwege. Diese Berlin-Blockade lösten die westlichen Besatzungsmächte mit der sogenannten „Luftbrücke“, die die Westberliner Bevölkerung elf Monate lang mit Gütern und Lebensmitteln versorgte.

Vorgeschichte

Nach den Streitigkeiten auf der Potsdamer Konferenz 1945 war es zwischen den USA und der Sowjetunion zu einem Ost/West-Konflikt gekommen. Ein gemeinsames Vorgehen bezüglich Deutschland schien undenkbar. Die Westmächte schlossen ihre Besatzungszonen zur Trizone zusammen und führten dort – und in Westberlin – am 20. Juni 1948 eine Währungsreform durch. Die unabgesprochene Währungsreform in Westberlin veranlasste die Sowjetische Militäradministration zur sogenannten Berlin-Blockade. Am 24. Juni 1948 wurde Westberlin als „Lost Germany“ von der Außenwelt abgeschnitten. Der Westberliner Bürgermeister Ernst Reuter appellierte an eine Unterstützung der Westmächte. Schließlich mussten knapp zwei Millionen Menschen versorgt werden. 1

Verlauf der „Luftbrücke“

Es erwies sich als äußerst vorteilhaft, dass den Westmächten im November 1945 drei Luftkorridore zwischen Westberlin und den Städten Hamburg, Hannover und Frankfurt zugesichert worden waren. Nach einem Gespräch zwischen Bürgermeister Ernst Reuter und Lucius D. Clay ordnete dieser am 24. Juni die Errichtung einer „Luftbrücke“ an. Zwei Tage später erreichten die ersten Flugzeuge der US-amerikanischen Luftwaffe den Berliner Flughafen „Tempelhof“. Auch die britische Luftwaffe und andere Staaten unterstützten diese Rettungsaktion. Die Flugzeuge gingen als „Rosinenbomber“ in die Geschichte ein. Sie waren vor allem für die Kinder eine Attraktion, da sie mit herabfallenden Süßigkeiten und Kaugummis beschenkt wurden. Die Berlin-Blockade endete offiziell am 12. Mai 1949. Am 30. September wurde die Berliner „Luftbrücke“ schließlich eingestellt.2

Folgen

Die „Luftbrücke“ zeigte sich als gelungene Reaktion auf die sowjetische Berlin-Blockade. Da die Westmächte die sowjetische Wirtschaft durch ein Embargo geschwächt hatten, gab die Sowjetunion die Blockade am 12. Mai 1949 auf. In den folgenden Monaten ließ sie die Verkehrswege zwischen den Westzonen und Westberlin schrittweise frei. Mit der Rettungsaktion demonstrierten die Westmächte ihre Entschlossenheit im Kampf um Westberlin. Die Teilung Deutschlands entlang des Eisernen Vorhangs ließ sich nun aber nicht mehr aufhalten.3

Verfasst von Fabio Schwabe

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