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Stalinismus


Zwischen 1928 und 1953 regierte Josef Stalin als Diktator die Sowjetunion. Er führte Zwangskollektivierungen gegen Bauern durch, ließ politische Gegner gewaltsam ermorden und setzte den Marxismus-Leninismus als verbindliche Ideologie fest. Der Stalinismus sorgte aber auch für einen industriellen Fortschritt. Damit legte er die Grundlagen für Sowjetunions Aufstieg zur Weltmacht.

Vorgeschichte

Nach der Oktoberrevolution 1917 bemühten sich die Bolschewiki um die Machtsicherung. Der Terror wurde zum Instrument für die Ausschaltung politischer Gegner, die sich den Bolschewiki (Kommunistische Partei) widersetzten. Nach Lenins Tod entbrannte im Jahr 1924 ein innerparteilicher Machtkampf zwischen Stalin und Trotzki. Stalin entschied diesen letztlich für sich. Er befürwortete den „Sozialismus in einem Land“ und kehrte somit von dem Prinzip einer „sozialistischen Weltrevolution“ ab. Seit 1928 regierte Stalin de facto als Diktator der Sowjetunion.1

Zwangskollektivierungen

Stalin wollte den „Aufbau des Sozialismus in einem Land“. Dafür benötigte die Sowjetunion allerdings eine nachgeholte Industrialisierung. Um dafür das notwendige Kapital aufbringen zu können, griff Stalin in die Landwirtschaft ein. Bauern sollten Geld als Investition für den Staat bereitstellen. Als es im Jahr 1928 Versorgungsschwierigkeiten gab und die Bauern ihr Getreide horteten, entschied sich Stalin für eine Zwangskollektivierung der Landwirtschaft. Die sogenannten „Kulaken“ wurden gewaltsam mit militärischen Mitteln enteignet und in Arbeitslager vertrieben. Diese Maßnahmen führten zwischen 1931 und 1933 zu einer Hungersnot, der über zehn Millionen Menschen zum Opfer fielen.2

Industrialisierung

Im Jahr 1928 trat der erste Fünfjahresplan in Kraft. Die Neue Ökonomische Politik wurde aufgegeben. Die sowjetische Wirtschaft sollte nun zentral in Form der Planwirtschaft gelenkt werden. Die von Stalin initiierte Industrialisierung sorgte für einen großen Entwicklungsschub in der sowjetischen Schwerindustrie. Sie wurde voraussetzend für den Aufstieg der Sowjetunion zur Weltmacht. Begünstigt wurde dies durch das Kapital der enteigneten „Kulaken“.3

Großer Terror

Stalins Diktatur ist insbesondere mit dem „Großen Terror“ verbunden. Zwischen 1936 und 1938 fanden mehrere Schauprozesse statt, bei denen sogenannte „Abweichler“ oder „Spione“ öffentlich ermordet wurden. Diese „Säuberungen“ dienten der Abschreckung und sollten jeden Widerstand gewaltsam unterdrücken. Indes breitete sich um Stalin ein universaler Personenkult aus. Bis zu seinem Tod im Jahr 1953 wurde die Sowjetunion von der Diktatur Stalins geprägt. Offiziell berief sie sich aber auf den Marxismus-Leninismus. Zu politischen Änderungen kam es erst infolge der 1956 eingeführten Entstalinisierung.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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