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Lenin Biografie


Lenin war ein herausragender kommunistischer Revolutionär und Politiker. Unter seiner Führung kam es in Russland 1917 zur Oktoberrevolution, die der Staatsideologie des Sozialismus zum Durchbruch verhalf. Lenin gilt außerdem als Begründer der Sowjetunion, in der er den Marxismus-Leninismus als Staatsdoktrin etablierte. Sie wurde später auch in anderen Ostblockstaaten übernommen.

Jugend und Ausbildung

Wladimir Iljitsch Uljanow (auch Lenin genannt) wurde am 22. April 1870 in Simbirsk geboren und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater war durch sozialen Aufstieg in den Adelsstand erhoben worden. Im Jahr 1887 erlebte er die Hinrichtung seines Bruders Alexander, nachdem dieser ein Attentat auf Zar Alexander III. geplant hatte. Dieses Ereignis sollte ihn in seiner Lebenseinstellung prägen. Schon während seiner Schulzeit am Gymnasium, die er 1887 mit dem Abitur absolvierte, beschäftigte er sich mit Schriften von Karl Marx. Nachdem er das Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 1891 vollendete, arbeitete er in Samara und seit 1893 in St. Petersburg als Rechtsanwalt.1

Tätigkeit als Revolutionär und Politiker

Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt in St. Petersburg schloss sich Lenin der Arbeiterbewegung an und gründete 1895 den „Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse“ . Im Jahr 1897 wurde er wegen seiner revolutionären Arbeit verhaftet und musste drei Jahre in sibirischer Verbannung verbringen. Seit 1900 lebte Lenin im Exil in Westeuropa, wo er die Zeitung „Iskra“ begründete. Darin schilderte er seine Pläne einer revolutionären Kaderpartei, die die „Avantgarde“ der Arbeiterklasse bilden müsse. Auf dem 1903 tagenden Parteitag der Sozialdemokraten setzte Lenin die Abspaltung der Bolschewiki durch, mit denen er eine „Diktatur des Proletariats“ anstrebte.2

Russische Revolution

Im Jahr 1905 scheiterte Lenin mit seinem Versuch, in Russland eine Revolution durchzuführen. Anschließend ging er erneut ins Exil nach Frankreich, Polen und in die Schweiz. Dort verfasste er weitere Programmschriften, die er in der 1912 gegründeten „Prawda“ veröffentlichte. Seit 1914 beteiligte sich Russland am Ersten Weltkrieg. Nachdem dort im Jahr 1917 die Februarrevolution ausbrach, kehrte Lenin nach Russland zurück. Bei seiner Durchreise von der Schweiz nach Russland wurde er von der deutschen Regierung unterstützt. Lenin konnte mit seinen „Aprilthesen“ die Massen begeistern. Infolge der Oktoberrevolution 1917, die mit Unterstützung Leo Trotzkis erfolgte, übernahmen die Bolschewiki die Macht in Russland.3

Lenins Bedeutung für die Nachwelt

Nach der Oktoberrevolution 1917 errichteten die Bolschewiki in Russland eine diktatorische Regierung. Lenin beendete im Frieden von Brest-Litowsk Russlands Beteiligung am Ersten Weltkrieg. Die Bolschewiki konnten politische Gegner mithilfe der Roten Armee im russischen Bürgerkrieg ausschalten. Mit der 1919 gegründeten „Komintern“ strebte Lenin die kommunistische Weltrevolution an. Unter Führung Lenins wurde 1922 die Sowjetunion gegründet. Dort etablierte er den Marxismus-Leninismus zur Staatsdoktrin, die nach 1945 auch in vielen Ostblockstaaten übernommen wurde. Lenin starb 1924 in Gorki. Anschließend begann in der Sowjetunion die Zeit des Stalinismus.4

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Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 1. Mai 2020 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 4. Mai 2020. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt.

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