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Stalin über den Aufbau der Wirtschaft


Mit Josef Stalin begann ein neuer Zeitabschnitt in der Geschichte der Sowjetunion. Neben seinen politischen Säuberungen plante er eine umfassende Industrialisierung, die die Wirtschaft der Sowjetunion ankurbeln und sich im Vergleich zum Westen mindestens gleichwertig entwickeln sollte. Diesbezüglich hielt Stalin im Jahr 1930 folgende Rede:

Das verflossene Jahr [1929] war ein Jahr des großen Umschwungs an allen Fronten des sozialistischen Aufbaus. Dieser Umschwung ging und geht im Zeichen der entschiedenen Offensive des Sozialismus gegen die kapitalistischen Elemente in Stadt und Land vor sich. Die zweite Errungenschaft der Partei besteht darin, dass wir im verflossenen Jahr ein beschleunigtes Tempo in der Entwicklung der Produktion von Produktionsmitteln eingeschlagen und die Voraussetzungen für die Umwandlung unseres Landes in ein Metall-Land geschaffen haben. Schließlich über die dritte Errungenschaft der Partei im verflossenen Jahre, die mit den ersten zwei Errungenschaften organisch verbunden ist. Es handelt sich um den grundlegenden Umschwung in der Entwicklung unserer Landwirtschaft von der kleinen und rückständigen individuellen Wirtschaft zur fortgeschrittenen kollektiven Großlandwirtschaft, zur gemeinsamen Bodenbearbeitung, zu Maschinen- und Traktorenstationen, zu Kollektivwirtschaften, die sich auf die neue Technik stützen, und schließlich zu Riesen-Sowjetwirtschaften, die mit Hunderten von Traktoren und Mähdreschmaschinen ausgerüstet sind. […] Wir gehen mit Volldampf den Weg der Industrialisierung – zum Sozialismus, unsere uralte russische Rückständigkeit hinter uns lassend. Wir werden zu einem Lande des Metalls, einem Lande der Automobilisierung, einem Lande der Traktorisierung. Und wenn wir die Sowjetunion aufs Automobil und den Bauern auf den Traktor gesetzt haben, mögen dann die ehrenwerten Kapitalisten, die sich mit ihrer „Zivilisation“ brüsten, versuchen uns einzuholen. […]

Zitiert nach: W. Lautemann/M. Schlenke (Hg.), Geschichte in Quellen, Weltkriege und Revolutionen 1914-1945, München 1989, S. 141f. 

Verfasst von Fabio Schwabe
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