Sturm auf die Bastille


Der „Sturm auf die Bastille“ vom 14. Juli 1789 gilt als symbolischer Beginn der Französischen Revolution. Die sogenannte „Erstürmung“ des Gefängnis war allerdings eher von mythologischer Bedeutung und verlief unspektakulär ab. Dennoch hatte sie einen dynamischen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Revolution: einen Monat später kam es zur Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Damit wurde eine Grundlage geschaffen, die Frankreich 1791 in eine konstitutionelle Monarchie umwandelte.

Vorgeschichte

Nachdem sich der Dritte Stand am 17. Juni 1789 eigenständig zur Nationalversammlung erklärt und drei Tage später den Ballhausschwur geleistet hatte, kündigte König Ludwig XVI. die Einführung einer verfassungsgebenden Versammlung an. Zeitlich führten überteuerte Brotpreise und Hunger zu einer aufgehetzten Stimmung in der Bevölkerung. Als der König am 11. Juli Finanzminister Jacques Necker entlassen und Militär gegen die Nationalversammlung aufgestellt hatte, kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der königlichen Armee. Teile der Demonstranten plünderten Waffen aus dem Hotel des Invalides und umzingelten die Bastille.1

Verlauf

Auf die Belagerung der Bastille am 14. Juli 1789 reagierte die königliche Armee mit Schüssen, denen 90 Demonstranten zum Opfer fielen. Wenig später näherten sich die Demonstranten – mit mehr Soldaten und Munition – erneut der Bastille. Anschließend erstürmten sie das Gefängnis und befreiten die darin inhaftierten Menschen. Die Oberbefehlshaber der königlichen Armee wurden in aller Öffentlichkeit der jubelnden Bevölkerung geköpft.2

Folgen

Im Anschluss an die Erstürmung der Bastille kam es in Paris zu einer Volksbewaffnung, die sich Nationalgarde nannte. Sie wurde von Marquis de La Fayettes angeführt. Unterdessen gab es weitere strukturelle Veränderungen. Der königliche Gouverneur von Paris wurde durch den Generalrat der Commune ersetzt. Die Bastille wurde nur wenige Tage später abgerissen. Dies hatte eine große symbolische Bedeutung, da die Bastille die königliche Herrschaft des Ancien Regime verkörperte. Als Mythos beeinflusste dieses Ereignis die weitere Entwicklung der Revolution: mit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte am 26. August 1789 wurde der Grundstein für die französische Verfassung 1791 gelegt. Das Feudalsystem war Geschichte. Damit wandelte sich Frankreich 1791 zu einer konstitutionellen Monarchie, die später auch in Europa übernommen wurde.3

Verfasst von Fabio Schwabe

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