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Nahostkonflikt

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Der Nahe Osten oder Vordere Orient genoss im Mittelalter eine führende Rolle in Wissenschaft und Kunst. Später wurde er von den gewaltsamen Kreuzzügen überschattet und unter den europäischen Kolonialmächten aufgeteilt. Da das Gebiet rund zwei Drittel der weltweiten Erdölreserven beherbergt, ist es für die zukünftige Versorgung der Welt mit Rohstoffen von zentraler Bedeutung. Ihre Kulturgeschichte reicht weit in die Antike zurück. Die jüdische Bevölkerung lebte damals in Judäa und geriet durch die islamische Expansion unter die Osmanische Herrschaft. Der westeuropäische Kolonialismus und die Staatsgründung Israels leiteten im 20. Jahrhundert den Nahostkonflikt ein1.

Balfour-Deklaration

Der Erste Weltkrieg markierte einen historischen Wendepunkt im Nahen Osten. Da das Osmanische Reich mit den Mittelmächten ein Bündnis geschlossen hatte, suchte Großbritannien aus strategischen Gründen Kontakte zu umliegenden arabischen Gebieten auf. Diesen wurde als Gegenleistung für die Arabische Revolte die Unabhängigkeit eines arabischen Nationalstaates zugesprochen. Nachdem die Osmanen besiegt werden konnten, wurde dieses Versprechen aber nicht eingehalten. Durch das geheime Sykes-Picot-Abkommen teilten Großbritannien und Frankreich den Nahen Osten in zwei Einflusszonen auf. Neben der kolonialen Fremdherrschaft wurde in Palästina mit der Balfour-Deklaration eine Heimstätte für ein jüdisches Volk realisiert, das aufgrund des Antisemitismus immer häufiger aus Europa flüchtete2.

Gründung Israels

Mit der militärischen Unterstützung der USA im Ersten Weltkrieg versicherte die britische Regierung der Zionistischen Weltorganisation, europäischen Juden einen Raum in Palästina zu gewähren. Der wachsende strategische Stellenwert der Erdöllagerstätten spielte dabei auch eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog sich die britische Besatzung wegen aufwändiger Kriegsführung aus einigen Gebieten im Nahen Osten zurück. 1945 gründeten daher sechs unabhängige Staaten die Arabische Liga. Insbesondere mit der Staatsgründung Israels 1948 durch den UN-Teilungsplan erreichte der Antizionismus eine neue Dimension3.

Nahostkriege

Die Teilung Palästinas in einen jüdischen und arabischen Staat stieß in der Umgebung auf großen Widerstand. Die Arabische Liga lehnte den Teilungsplan vehement ab und erklärte dem neugegründeten Israel 1948 den Krieg. Die Niederlage gegen die militärisch besser ausgebildeten Israelis verstärkte die arabische Unabhängigkeitsbewegung. USA, Frankreich und Großbritannien versicherten Israel daraufhin eine Garantieerklärung. Im Sechstagekrieg 1967 kam es erneut zum präventiven Angriff arabischer Staaten auf die israelische Armee. Israel konnte sich auch diesem Erstschlag widersetzen und eroberte große arabische Gebiete, das es teilweise heute noch besetzt hält4. Daraufhin erlangte die Palästinensische Befreiungsbewegung große Bedeutung, da sie mit gezielten Terroranschlägen zum Kampf gegen Israel aufrief. Ihre Untergruppe Schwarzer September verantwortete die Geiselnahme bei den Olympischen Spielen in München 1972. Bei der Intifada 1987 erhoben sich Palästinenser in den israelisch besetzten Gebieten.

Oslo-Friedensprozess

Nachdem Palästinenser im Zweiten Golfkrieg aus Kuwait vertrieben worden waren und die arabische Unterstützung für die PLO ins Stocken geriet, bemühte sich Palästinas Präsident Jassir Arafat um Friedensverhandlungen mit Israel. Dies mündete im Oslo-Friedensprozess, durch den die Israelis die PLO erstmals als offiziellen Vertreter der Palästinenser akzeptierten5. Doch auch diese Verhandlungen führten später zu keinem nennenswerten Erfolg, da sich an Israels militärischer Kontrolle über den Gaza-Streifen und das Westjordanland nur wenig änderte. Spätestens mit der Zweiten Intifada 2000 begann eine erneute Eskalation des israelisch-palästinensischen Konflikts. Eine friedliche Einigung ist demnach in weite Ferne gerückt.






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