Irakkrieg 2003

Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs stand der Irak unter Vorherrschaft des Osmanischen Reichs und wurde 1920 durch Großbritannien neugeordnet. Die Briten, die vom Völkerbund ein Mandat über das irakische Gebiet erhielten, setzten den pro-britischen König, Faisal, ein. 1958 stürzten schließlich die Freien Offiziere die Monarchie und machten den Irak von der britischen Besatzung unabhängig. Seitdem gewann die nationalistische Baath-Partei großen Einfluss auf die irakische Politik. 1968 erlangte sie durch einen Militärputsch die Macht und stellte mit Al-Bakr den Präsidenten. Dieser wurde 1979 von Saddam Hussein abgelöst1

1. & 2. Golfkrieg

Nach seinem Amtsantritt richtete Hussein im Irak eine Diktatur ein, indem er die innerparteiliche Opposition beseitigen ließ. Außenpolitisch wollte er die Vorherrschaft am Persischen Golf erlangen. Mit einem Angriff auf den angrenzenden Iran erhoffte er sich, eine bedeutende wirtschaftliche Rolle durch die Eroberung von Bodenschätzen spielen zu können. Nachdem dieser Versuch scheiterte, wurde der Krieg 1988 beendet.1990 begann der Zweite Golfkrieg mit dem Einmarsch der irakischen Armee in Kuwait. Mit Unterstützung der USA konnte Kuwait 1991 befreit werden. Infolgedessen wurde der Irak von den Vereinten Nationen mit Sanktionen bestraft2.

Krieg gegen den Terror

Mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA wurde der Nahe Osten zentrales Operationsfeld der US-Außenpolitik. Mit dem Stichwort „Krieg gegen den Terror“ legitimierte US-Präsident George Bush nun Angriffskriege gegen Staaten, die angeblich islamistische Terroristen schulen würden. Im Oktober 2001 begannen US-Truppen mit der Intervention in Afghanistan und schlossen die Terrorcamps der Al-Kaida, die mit Bin Laden für die Anschläge auf das World Trade Center verantwortlich gemacht wurden. Nachdem die US-Regierung Saddam Hussein unterstellte, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Verbindungen zu Al-Kaida zu pflegen, dehnte sich die militärische Operation auf den Irak aus3.

Koalition der Willigen

Der Krieg gegen den Irak wurde von den USA als Prävention eines bevorstehenden Angriffs des Iraks mit chemischen Waffen begründet. In den 1990er Jahren hatten die USA bereits Waffeninspekteure eingesetzt. Den Kriegsgründen der US-Regierung wurde von den Vereinten Nationen nicht mehrheitlich zugestimmt. Für die Vorwürfe von US-Vizepräsident Colin Powell, Saddam Hussein sei in die Anschläge vom 11. September verwickelt gewesen, fehlten entsprechende Beweise. Daher verstoßen die USA völkerrechtlich gegen das Verbot eines Angriffskrieges und bildeten zusammen mit Großbritannien die Koalition der Willigen. Am 20. März 2003 begann schließlich der Angriff auf Bagdad4.

Folgen

Zwar führte der Irakkrieg innerhalb weniger Wochen zum Ende der Herrschaft von Saddam Hussein. Dennoch gelang es der US-Besatzung seitdem nicht, für innenpolitische Stabilität zu sorgen. Der erhoffte politische Neubeginn wurde zunehmend durch Selbstmordattentate und Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten geschwächt. Das daraus entstandene Machtvakuum begünstigte unter anderem im Jahr 2014 den Aufstieg des „Islamischen Staates“ (IS) in Irak und Syrien. Schließlich konnten auch die ursprünglichen Kriegsgründe der USA nicht nachgewiesen werden. Weder hatte Saddam Hussein Kontakte zu Al-Kaida, noch beherbergte der Irak Massenvernichtungswaffen5.

Übersichtsbild: US-Militär im Irak (2005), Autor: Staff Sgt. Suzanne M. Day, U.S. Air Force, Lizenz: Gemeinfrei

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 17.04.2013 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 11.03.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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