Pyramiden im Alten Ägypten

Pyramiden waren im Alten Ägypten ein Statussymbol und dienten als Grabstätten eines verstorbenen Pharaos. Der Bau von Pyramiden war für die Arbeiter mit viel Aufwand und Anstrengung verbunden. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kennt man heute ca. 80 ägyptische Pyramiden – darunter sind vor allem die Pyramiden von Gizeh berühmt. In den erbauten Pyramiden sollte der Pharao sein Weiterleben im Jenseits genießen und in den himmlischen Kreis der Götter aufsteigen.

Bedeutung der Pyramiden

Pyramiden sind ein typisches Merkmal der Hochkultur im Alten Ägypten. Sie repräsentierten die Macht des Pharaos und dienten nach seinem Tod als Grabstätte. Ebenso hatten Pyramiden eine wichtige Bedeutung für den Totenkult – so konnte der Pharao eine ewige Ruhe im Jenseits genießen. In diesen Bauwerken sollte der Pharao auf diese Weise in den himmlischen Kreis der Götter aufsteigen, damit er unsterblich werden konnte – daher auch die Form einer “Treppe” bzw. “Rampe”. Die Pyramiden symbolisierten darüber hinaus den Sonnengott Re, der als höchster Gott verehrt wurde.1

Aufbau der Pyramiden

Pyramiden hatten insgesamt vier Seiten, die jeweils in eine bestimmte Himmelsrichtung – Norden, Westen, Süden und Osten – ausgerichtet waren. Die Ausrichtung orientierte sich an der Position der Sonne oder der Sterne am Himmel. Da die alten Ägypter über keine modernen Hilfsmittel für die Vermessung verfügten, gelten die Bauwerke als Wunder. Es handelte sich bei den Pyramiden um Vermessungen, die sehr genau geplant wurden. Alle Winkel der Seitenwände waren in ihrer gesamten Länge und Breite identisch. Nachdem die Planung einer Pyramide feststand, wurde eine Bodenfläche eben gemacht. Danach begann der Bau: Es wurden Steine stufenweise übereinandergelegt, bis sich nach oben schließlich eine Spitze ergab. Neben den eigentlichen Grabpyramiden gab es in der Umgebung noch weitere Nebenpyramiden, die als Ruhestätten für die Familien des Pharaos dienten. Außerdem gab es noch Totentempel und Nekropolen.2

Das verbarg sich im Inneren der Pyramiden

Im Innenbereich der Pyramiden befand sich die Grabkammer eines Pharaos und der zu ihm gehörende Sarkophag. In der Vorkammer lagen die Opfergaben, die dem Pharao von seinen engsten Vertrauten beigelegt wurden. Dies hatte den Zweck, dass sein Leben im “Jenseits” angenehm gestaltet werden sollte. Pyramiden wurden oftmals auch mit Schriftzeichen und Texten an den Wänden ausgestaltet. Es existierten neben der Grabkammer auch viele weitere Gänge und Räume. Viele von diesen Gängen endeten in Sackgassen oder in leeren Kammern. Durch dieses Form des Labyrinths sollte die Grabkammer des Pharaos ausreichend geschützt werden. Darüber hinaus wurden auch Fallen gestellt, damit möglichen Grabräubern der Zugang weiter versperrt blieb. Der Eingang der Pyramiden war nach dem Tod eines Pharaos komplett verriegelt, damit er in Ruhe im Jenseits fortleben konnte.3

Ablauf des Pyramidenbaus

Der Bau der Pyramiden erforderte die Hilfe von mehreren tausend Menschen. Er wurde von einem Pharao in Auftrag gegeben und konnte bis ca. 20 Jahre lang andauern. Die Fertigstellung einer Pyramide musste spätestens bis zum Tod eines Pharaos erfolgen. Die Bauleitung übernahm der Wesir, der höchste Beamte und engste Berater des Pharaos. An dem Pyramidenbau beteiligten sich außerdem spezialisierte Arbeiter wie Steinmetze, die die Weiterverarbeitung der Steine auf der Baustelle übernahmen. Die überwiegende Mehrheit der Arbeiter bestand aus Bauern und Bäuerinnen: Sie wurden immer dann eingesetzt, wenn sie wegen einer Dürre bzw. eines Hochwassers ihre Felder nicht pflügen konnten.

Das Baumaterial der Pyramiden

Für den Bau der Pyramiden wurden verschiedene Gesteinsarten verwendet. Den Großteil machte davon – gerade an den Außenwänden – der Kalkstein aus. Für die Säulen und Stützpfeiler der Pyramide im Innenbereich wurde meist Granit verwendet, da es sich hierbei um eine harte Gesteinsart handelt. Bodenbeläge, Altäre oder Statuen bestanden überwiegend aus Alabster – ähnlich wie Marmor. Mit dem Transport der Schiffe konnten über den Nil die schweren Steinblöcke zur Baustelle der Pyramiden gebracht werden. Für den endgültigen Transport vom Flussufer bis zur Pyramide wurden Holzschlitten verwendet. Anschließend zogen die Arbeiter diese mit ihrer eigenen Körperkraft bis zur Baustelle.4

Übersichtsbild: Alle Pyramiden von Gizeh auf einem Bild, Autor: Ricardo Liberato (2006), Lizenz: CC BY-SA 2.0, Quelle: WikiCommons

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 16.11.2022 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 16.11.2022. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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