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Terroranschläge in Paris


Am 13. November 2015 kam es in der französischen Hauptstadt Paris zu einer Reihe von Terroranschlägen. Diese wurden von Attentätern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ verübt und gleichzeitig an mehreren Orten durchgeführt. Den Attentaten fielen 130 Menschen zum Opfer. Frankreichs Staatspräsident Hollande verhängte daraufhin den Ausnahmezustand, der bis 2017 andauerte.

Vorgeschichte

Bereits am 7. Januar 2015 war die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ Ziel eines islamistischen Terroranschlags. In den folgenden Monate konnten weitere Anschlagsversuche rechtzeitig vereitelt werden. Das Sicherheitsrisiko nahm zu, da sich die französische Luftwaffe an der Anti-IS-Allianz in Syrien und Irak beteiligte. Dort hatte die Terrororganisation „Islamischer Staat“ im Juni 2014 ein „Kalifat“ ausgerufen, nachdem die Region durch den Syrischen Bürgerkrieg enorm destabilisiert worden war. Infolge der Flüchtlingskrise 2015 gelangten zahlreiche Migranten – darunter auch potenzielle Attentäter des IS – unkontrolliert nach Europa.1

Verlauf

Gegen 21:30 Uhr am 13. November 2015 kam es fast zeitgleich zu mehreren Attentaten in Paris. Zunächst ereigneten sich zwei Detonationen am Stade de France während des Fußball-Länderspiels Deutschland gegen Frankreich. Anschließend schossen die Terroristen wahllos auf Zivilisten in Restaurants, Bars und Cafes. Ein weiterer Terrorist sprengte sich an der „Boulevard Voltaire“ in die Luft. Der größte Gewaltakt ereignete sich in der Konzerthalle Bataclan, die von den Attentätern während eines Live-Auftritts gestürmt wurde. Dort schossen sie in die Menge, nahmen Menschen als Geiseln und sprengten sich ebenfalls in die Luft. Kurz nach Mitternacht stürmten Spezialeinheiten der Polizei die Konzerthalle und beendeten den Terroranschlag.2

Folgen

Die Attentate vom 13. November 2015 forderten 130 Todesopfer. Es handelte sich um einen islamistisch-koordinierten Terroranschlag. Nach Polizeiangaben bestand die Gruppe aus drei Teams mit jeweils drei Angreifern. Einen Tag später bekannte sich der „Islamische Staat“ zu den Attentaten. Als mutmaßlicher Drahtzieher gilt Abdelhamid Abaaoud, der bei einer Razzia am 18. November ums Leben kam. Staatspräsident Hollande rief kurz nach den Terroranschlägen den Ausnahmezustand aus. Frankreich nahm außerdem die EU-Beistandsklausel in Anspruch. Darüber hinaus verstärkte Frankreich seinen Kampf gegen den IS und bombardierte seine Ausbildungslager in ar-Raqqa.3

Verfasst von Fabio Schwabe
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