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Glorious Revolution


Die Glorreiche Revolution 1688/89 leitete in England eine politische Wende ein. Sie beendete die Herrschaft des königlichen Absolutismus und setzte mit dem Bill of Rights eine Voraussetzung für die Einführung eines parlamentarischen Regierungssystems. Dabei stützten sich die Revolutionäre auf die im Jahr 1215 unterzeichnete Magna Charta. Seitdem konnte der König nur noch in Abhängigkeit vom Parlament regieren.

Herrschaft der Stuarts

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts herrschte in England die königliche Familie der Stuarts. König Jakob I. leitete in seiner Regierungszeit eine politische Krise ein. Er missachtete die Einberufung des Parlaments und versuchte seine königliche Macht auszubauen. Da er jedoch für die Geldbewilligung vom Parlament abhängig war, musste er diesem in der Petition of Right bestimmte Rechte zusichern. Unter der Regierungszeit Karls I. verschärfte sich der Konflikt zwischen Parlament und Krone. Karl ließ im Jahr 1629 das Parlament auflösen und verzichtete elf Jahre auf dessen Einberufung. Als er im Jahr 1640 die anglikanische Kirchenverfassung auf Schottland ausdehnen wollte, geriet er in finanzielle Not. Für den Krieg gegen schottische Truppen benötigte er Geld und berief daher das Kurze Parlament ein.1

Englischer Bürgerkrieg

Das „Kurze Parlament“ ließ Karl schnell wieder auflösen. Wenige Monate später berief er es allerdings erneut ein. Aufgrund seiner langen Sitzungsperiode wird es als das Lange Parlament bezeichnet. Nachdem Karl bei seinem Versuch scheiterte, einen Teil der Abgeordneten im Parlament zu verhaften, brach im Jahr 1642 der Bürgerkrieg aus. Dieser mündete 1649 in der Hinrichtung des englischen Königs. Unterdessen bildete sich eine Parlamentsarmee, die unter dem 1653 zum „Lordprotektor“ ernannten Oliver Cromwell angeführt wurde. Zwischen 1649 und 1660 war England eine Republik.2

Republik und Rückkehr zur Monarchie

Nachdem Cromwell im Jahr 1658 gestorben war, befürwortete eine Mehrheit des Parlaments die Rückkehr zur Monarchie. Im Jahr 1660 wurde Karl II. neuer König von England. In den Folgejahren entbrannte ein politischer Konflikt zwischen den Parteien der Whigs und Tories. Erneutes Misstrauen gegenüber der Krone kam in den 1680er Jahren auf. Es verbreitete sich die Nachricht, dass der englische Thronfolger Jakob II. im höheren Alter zum Katholizismus konvertiert war. Man befürchtete die Rekatholisierung Englands sowie den Ausbau einer absolutistischen Monarchie – verbunden mit einem Machtverlust des Parlaments.3

Glorreiche Revolution

Im Jahr 1688 erreichte der Konflikt um die Thronfolge seinen Höhepunkt. Nachdem Jakob einen Sohn zur Welt brachte, schien eine Rekatholisierung näher als je zuvor. Aufgrund dessen berief ein Teil des Parlaments Jakobs älteste Tochter und ihren Ehegatten Wilhelm III. von Oranien aus den Niederlanden nach England. Sie sollten die Spitze der Monarchie übernehmen. Der Austausch dieser Regierung wird aufgrund ihres gewaltlosen Charakters als „Glorreiche Revolution“ bezeichnet. Jakob II. flüchtete ins französische Exil, wo er Schutz unter König Ludwig XIV. fand. Dieses Ereignis hatte eine erneute Stärkung des Parlaments zur Folge. England entwickelte sich folglich zur konstitutionellen Monarchie. Mit den „Bill of Rights“ wurde der König dazu verpflichtet, die Rechte des Parlaments zu berücksichtigen. Als Basis für Durchsetzung dieser Forderungen diente die 1215 unterzeichnete Magna Charta. Diese Ideen, die charakteristisch für das Zeitalter der Aufklärung wurden, gingen später auf andere Staaten über und begründeten neue Verfassungen für die USA und Frankreich.

Verfasst von Fabio Schwabe

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