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Sonnenkönig Ludwig XIV.


– „Der Staat bin ich -“ So lässt sich die Regierungszeit des französischen Königs Ludwigs XIV. ideal beschreiben. Als „Sonnenkönig“ repräsentierte er sich als Zentrum Frankreichs. In Versailles ließ er ein prunkvolles Schloss errichten, wo er seine Macht zum Ausdruck brachte. Ludwigs Herrschaftszeit wird zudem als ein Musterbeispiel des Absolutismus und des Ancien Règime betrachtet.

Der Weg auf den Thron

Ludwig XIV. wurde 1638 als Sohn Ludwigs XIII. und Anna von Österreichs geboren. Als er im Jahr 1643 neuer König von Frankreich wurde, war dieser gerade mal fünf Jahre alt. Daher übernahm Kardinal Mazarin vorübergehend die Regierungsgeschäfte. Nachdem Mazarin im Jahr 1661 gestorben war, stieg Ludwig schließlich selbst in die Politik ein.1

Der Staat bin ich

Der Satz „Der Staat bin ich“ stammt zwar nicht von Ludwig selbst, wurde aber mit seiner Regierungsweise symbolisch in Verbindung gebracht. Er zeigte sich als Mittelpunkt des französischen Staates und versuchte die politische Macht auf seine Person zuzuschneiden. Aufgrund dessen kam ihm auch der Beiname „Sonnenkönig“ zu. Ludwig stützte seine Herrschaft auf ein stehendes Herr, Beamte, Kirchen und Gerichte. Seinen Herrschaftsanspruch begründet er mit dem Gottesgnadentum.2

Schloss in Versailles

Ludwigs Herrschaftsanspruch wurde mit dem Bau des Schlosses in Versailles prunkvoll demonstriert. Dort beschäftigte er zahlreiche Bedienstete und lockte viele Adlige an seinen Hof. Auf diese Weise wollte er sie in seine Abhängigkeit bringen und alle staatliche Gewalt auf sich vereinigen. Mittelpunkt dieses Schlosses war Ludwigs Schlafzimmer. Insofern repräsentierte der Hof Ludwigs persönliche Stellung als „Sonnenkönig“. Des Weiteren fanden auch viele Künstler, Dichter und Wissenschaftler ihren Weg in das Schloss.3

Absolutismus

Die Regierungsjahre Ludwigs werden in der Geschichtsschreibung oft als Musterbeispiel des Absolutismus  dargestellt. Für die damalige Zeit war politische Macht tatsächlich stark auf den König zentralisiert. Ludwig hatte den Oberbefehl über ein stehendes Heer, erklärte die katholische Kirche zur Staatskirche und brachte diese somit unter seine Kontrolle. Der Begriff „Absolutismus“ bedeutet, dass der König „losgelöst von Gesetzen“ regiert. Im Vergleich zu neuzeitlichen Diktatoren war Ludwigs Macht aber nicht so stark ausgebaut, dass er ganz ohne den Einfluss des Adels und Klerus Politik betreiben konnte.

Merkantilismus

Auch in der Wirtschaft hatte Ludwig XIV. seine Hände im Spiel. Er ließ Manufakturen errichten und verwandelte Frankreich von einer Agrar- zur Industriegesellschaft. Als neue Wirtschaftsordnung förderte er den Merkantilismus. Demzufolge sollten die in Frankreich produzierten Waren über den Export mehr Umsatz als die Importe erzielen. Durch den Ausbau einer Flotte gewann Frankreich zunehmenden Einfluss auf dem Welthandel. Als Berater für die Wirtschaftspolitik stand ihm Jean-Baptiste Colbert zur Verfügung.

Staatsverschuldung

Die hohen Kosten für Ludwigs prunkvollen Hof in Versailles brachten Frankreich in eine zunehmende finanzielle Krise. Dazu trugen auch zahlreiche Kriege mit anderen europäischen Monarchen bei. Diese Faktoren wurden nach Ludwigs Tod im Jahr 1715 immer deutlicher und stellten die Weichen für den Ausbruch der Französischen Revolution 1789. Demzufolge führte Ludwigs absolutistische Politik langfristig zum Widerstand in der französischen Bevölkerung, der nach 1789 die Abschaffung der Ständegesellschaft und des Absolutismus zur Folge hatte.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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