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Euro-Krise


Ausgehend von der Weltfinanzkrise 2008 brach im Jahr 2010 die sogenannte Euro-Krise aus. Dabei handelt es sich um eine Banken-, Staatsschulden– und Wirtschaftskrise innerhalb der Eurozone. Den Höhepunkt erreichte die Euro-Krise in Griechenland. Die EU reagierte auf die Krise mit einem umfassenden Rettungsschirm, der die verschuldeten Euro-Staaten von der Zahlungsunfähigkeit bewahren und den Zusammenbruch des Euros verhindern sollte.

Ursachen

Der Euro war am 1. Januar 1999 in einigen EU-Staaten als gemeinsame Währung eingeführt worden. Um der Eurozone beitreten zu können, muss ein Staat die EU-Konvergenzkriterien erfüllen. Die Geldpolitik wurde von der EZB übernommen. Durch die neue Währungsunion fielen die flexiblen Wechselkurse und die innere Abwertung weg. Da das Preisniveau in Staaten mit höherer Inflation nun stärker anstieg, verloren diese ihre Wettbewerbsfähigkeit. Das hohe Haushaltsdefizit der betroffenen EU-Staaten geriet seit der Weltfinanzkrise 2008 außer Kontrolle. Da die Zinsen für Kredite stark anstiegen, konnten diese von den verschuldeten Staaten kaum noch aufgenommen werden. Ihnen drohte die Zahlungsunfähigkeit.1

Maßnahmen

Im Frühjahr 2010 erreichte vor allem die Staatschuldenkrise in Griechenland einen bedrohlichen Höhepunkt. Daher einigten sich die Euro-Länder im April 2010 auf die Zahlung von Hilfskrediten in Höhe von 110 Mrd. Euro. Griechenland musste sich im Gegenzug zu Reformen und Sparmaßnahmen verpflichten. Diese bilateralen Verträge wurden weiter ausgebaut und im ESM dauerhaft verankert. Damit sollte ein dauerhafter Mechanismus zur Stabilisierung des Euros eingerichtet werden. Ferner wurde eine Bankenaufsicht ins Leben gerufen. Darüber hinaus beteiligten sich auch der IWF und die EZB an den Rettungsmaßnahmen, um die verschuldeten Euro-Staaten vor dem Kollaps zu schützen. Griechenland erhielt bis 2018 rund 290 Mrd. Euro.2

Folgen und Kritik

Als Folge der Euro-Krise wurde zunächst der Stabilitäts- und Wachstumspakt reformiert. Im 2012 eingeführten Fiskalpakt verpflichteten sich die Euro-Staaten zur Umsetzung einer nationalen Schuldenbremse. Hinzu kamen die Einrichtungen einer Finanzaufsicht und Bankenunion. Die EZB senkte den Leitzins und kaufte Staatsanleihen auf. Die EU-Rettungsschirme sind in der öffentlichen Diskussion aufgrund der „No Bailout-Klausel“ sowie mangelnder demokratischer Legitimierung umstritten. Die Sparmaßnahmen in Griechenland, Zypern, Spanien, Portugal und Irland führten zunächst zu einer starken Rezession, konnten das Haushaltsdefizit langfristig etwas abbauen. Ein Ende der Euro-Krise und der damit verbundenen Staatsschuldenkrise liegen aber immer noch in weiter Ferne.3

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt ein aktuelles Ereignis. Die Informationen können sich daher jederzeit ändern. 

Verfasst von Fabio Schwabe
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