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Kosovo-Krieg


Der Kosovo-Krieg war ein Bestandteil der Jugoslawienkriege. Er wurde zunächst als Bürgerkrieg zwischen der UÇK und serbischen Ordnungskräften ausgetragen. Ab dem 24. März 1999 beteiligten sich auch die NATO und jugoslawische Armee am Kriegsgeschehen. Der Krieg endete am 9. Juni 1999 mit dem Abkommen von Kumanovo. Der Kosovo erklärte sich im Jahr 2008 zum unabhängigen Staat. Sein Völkerrechtstatus ist dennoch bis heute umstritten.

Vorgeschichte

Der Kosovo war seit dem frühen 20. Jahrhundert eine Autonome Region Serbiens innerhalb Jugoslawiens. Im Jahr 1963 wurde sie zur Autonomen Provinz erklärt. Im Kosovo bestand die Bevölkerung mehrheitlich aus sogenannten Kosovo-Albanern. Seit den 1980er Jahren forderten diese zunehmend ihre Unabhängigkeit von Serbien. Der Widerstand gegen die serbischen Ordnungskräfte nahm zu. Verschärft wurde dieser Konflikt durch den 1991 beginnenden Zerfall Jugoslawiens und der Jugoslawienkriege. Die Separatisten bildeten nun innerhalb des Kosovo einen „Schattenstaat“ und begründeten mit der UÇK eine bewaffnete Miliz.1

Verlauf

Am 28. Februar 1998 eskalierte der Konflikt, als die serbische Polizei Dörfer in Drenica – als Vergeltung für die Überfälle der UÇK – angriff. Die Zusammenstöße weiteten sich zu einem Bürgerkrieg aus. Es kam zu Kriegsverbrechen und Massakern an der Zivilbevölkerung. Am 25. Oktober 1998 wurde daher eine Beobachterkommission der OSZE ins Kriegsgebiet entsendet. Friedensbemühungen scheiterten am Widerstand Jugoslawiens, das den Vertrag von Rambouillet im März 1999 nicht unterzeichnete. Am 24. März startete die NATO daher die „Operation Allied Force“ und startete Luftangriffe gegen Jugoslawien. Der NATO-Einsatz war aufgrund eines fehlenden UN-Mandats höchst umstritten. Auch die Beteiligung der Bundeswehr wurde im Deutschen Bundestag scharf verurteilt.2

Folgen

Nach dem Kriegseintritt der NATO griff auch die jugoslawische Armee in den Kosovo-Krieg ein. Erst am 9. Juni 1999 konnte zwischen der NATO und Jugoslawien bei Militärverhandlungen in Kumanovo eine Einigung erzielt werden. Die jugoslawisch-serbischen Truppen verließen Kosovo, eine Friedenstruppe der NATO – unter UN-Mandat – wurde stationiert. Dieses Abkommen wurde einen Tag später durch die UN-Resolution 1244 gebilligt und beendete den Kosovo-Krieg. Am 17. Februar 2008 erklärte das Parlament die Unabhängigkeit des Kosovo. Der völkerrechtliche Status des Kosovo ist allerdings bis heute umstritten.3

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt ein aktuelles Ereignis. Die Informationen können sich daher jederzeit ändern.

Verfasst von Fabio Schwabe
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