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Arbeitsblatt zur Abrüstung im Kalten Krieg


Am 12. Juni 1987 hielt US-Präsident Ronald Reagan vor dem Brandenburger Tor in Berlin in der Endphase des Kalten Krieges eine berühmte Rede:

Präsident von Weizsäcker hat einmal gesagt: Die deutsche Frage ist so lange offen, wie das Brandenburger Tor zu ist. Heute sage ich: solange das Tor zu ist, solange wird diese Mauer als Wunde fortbestehen; es ist nicht die deutsche Frage allein, die offen bleibt, sondern die Frage der Freiheit für die gesamte Menschheit. Ich komme jedoch nicht hierher, um zu klagen. Denn ich erkenne in Berlin ein Signal der Hoffnung – im Schatten dieser Mauer sogar ein Signal des Triumphes. […] Generalsekretär Gorbatschow, wenn Sie nach Frieden streben – wenn Sie Wohlstand für die Sowjetunion und für Osteuropa wünschen – wenn Sie die Liberalisierung wollen, dann kommen Sie hierher zu diesem Tor. Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor. Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder. Ich weiß um die Angst vor einem Krieg und das Leid der Teilung, die diesen Kontinent heimsuchen – und ich verbürge mich für die Bemühungen meines Landes zur Überwindung dieser Bürde. Freilich bleibt es weiterhin notwendig, uns der sowjetischen Expansion zu widersetzen. Das heißt, wir im Westen müssen eine starke Verteidigung aufrechterhalten. Dennoch streben wir nach Frieden. Deshalb werden wir darum ringen, die Waffen auf beiden Seiten zu reduzieren. Vor zehn Jahren begannen die Sowjets, das westliche Bündnis mit einer neuerlichen schwerwiegenden Bedrohung herauszufordern: zahllose neue und gefährliche Nuklearraketen des Typs SS-20, die in der Lage sind, jede Hauptstadt in Europa zu treffen. Das westliche Bündnis reagierte, indem es sich für eine Gegenstationierung einsetzte, bis daß die Sowjets Verhandlungen über eine bessere Lösung zustimmten – besonders der Abschaffung solcher 4 Waffen auf beiden Seiten. Viele Monate lang haben sich die Sowjets geweigert, ernsthaft zu verhandeln. Als das Bündnis sich darauf vorbereitete, seine Gegenstationierung durchzuführen, gab es schwierige Augenblicke heftiger Proteste wie die anläßlich meines Besuches in dieser Stadt im Jahr 1982 – und später zogen sich die Sowjets vom Verhandlungstisch zurück. Aber das Bündnis stand fest zusammen. Und ich fordere diejenigen, die damals protestierten – und die heutigen Demonstranten – auf, sich diese Tatsache zu merken: Weil wir stark geblieben sind, besteht heute die Möglichkeit, nicht nur die Zunahme der Waffen einzuschränken, sondern zum ersten Mal eine gesamte Klasse nuklearer Waffen von der Erdoberfläche zu beseitigen.

Auszüge zitiert nach: Rede des US amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan vor dem Brandenburger Tor und seine Aufforderung, die Mauer niederzureißen, 12. Juni 1987. Deutsche Übersetzung vom Information Resource Center der US amerikanischen Botschaft in Berlin.

Aufgaben:

  1. Lies dir die Quelle aufmerksam durch.
  2. Fasse Reagans Hauptaussagen stichpunktartig zusammen.
  3. Erkläre, warum Reagan die Stadt Berlin als „Signal der Hoffnung“ bezeichnet.
  4. In der Geschichtswissenschaft gilt Ronald Reagan als eisenharter Antikommunist. Suche nach Textstellen, in denen seine antikommunistische und proamerikanische Haltung offensichtlich wird.

Zusatzaufgabe:

  1. Im letzten Satz erklärt Reagan den Erfolg einer Abrüstung mit der Formulierung „weil wir stark geblieben sind“. Beurteile, ob die Abrüstung und das Ende des Kalten Krieges allein auf die USA und seine Verbündeten zurückzuführen sind.
Verfasst von Fabio Schwabe

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