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Arbeitsblatt zu Montesquieus Gewaltenteilung


Im Jahr 1748 publizierte der französische Schriftsteller und Staatsrechtler Montesquieu seine berühmte Schrift über die Idee der staatlichen „Gewaltenteilung“: 

In jedem Staat gibt es drei Arten von Gewalt: die gesetzgebende Gewalt (Legislative), die vollziehende Gewalt (Exekutive) und die vollziehende Gewalt hinsichtlich der Angelegenheiten, die vom bürgerlichen Recht abhängen (Judikative). Mithilfe der ersten Gewalt erlässt ein Fürst befristete oder immerwährende Gesetze, verbessert sie oder hebt sie wieder auf. Mittels der zweiten Gewalt schließt er Frieden oder führt Krieg, schickt oder empfängt Gesandtschaften und sichert das Land vor Angriffen von außen. Mit der dritten Gewalt straft er Verbrecher und spricht Urteile in Streitigkeiten zwischen Privatpersonen. Wenn in ein und derselben Person gesetzgebende und vollziehende Gewalt vereint sind, dann gibt es keine Freiheit. Dann ist zu befürchten, dass der König wie ein Tyrann Gesetze macht und sie wie ein Tyrann ausführen lässt. Es gibt auch keine Freiheit, wenn die richterliche Gewalt nicht von der gesetzgebenden und der vollziehenden Gewalt getrennt wird. Ist sie mit der gesetzgebenden verbunden, wäre die Macht über Leben und Freiheit der Bürger reine Willkür. Wäre die Judikative mit der vollziehenden Gewalt verknüpft, hätte jeder Richter die Macht eines Unterdrückers […].

Zitiert nach: Montesquieu: De l’esprit des lois, Paris 1970, S. 164f, übersetzt vom Verfasser.

Aufgaben:

  1. Lies dir die Quelle aufmerksam durch.
  2. Fasse Montesquieus Hauptaussagen in Stichworten zusammen.
  3. Erkläre den Begriff „Gewaltenteilung“ in eigenen Worten.
  4. Vergleiche Montesquieus Schrift mit dem Herrschaftsstil Ludwigs XIV. Worin unterscheiden sich deren Ansichten?

Zusatzaufgabe:

  1. Beurteile, inwiefern Montesquieu Idee der „Gewaltenteilung“ als Wegbereiter der modernen parlamentarischen Demokratie betrachtet werden kann.
Verfasst von Fabio Schwabe

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