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Arbeitsblatt zu den politischen Konflikten in der Französischen Revolution


Der gemäßigte Konstitutionalist der Feuillants, Antoine Barnave, hielt am 15. Juli 1791 vor der französischen Nationalversammlung folgende Rede, in der er sich für die Beendigung der ersten Phase der Französischen Revolution aussprach: 

[…] und ich sage: heute ist jede Veränderung verhängnisvoll, heute ist jede Fortsetzung der Revolution unheilvoll. Ich stelle eine Frage, die von nationalem Interesse ist: werden wir die Revolution beenden oder werden wir sie von neuem beginnen? Wenn Ihr einmal der Verfassung mißtraut, wo wird der Punkt sein, an dem Ihr dann einhalten werdet, und vor allem, wo werden Eure Nachfolger einhalten? […] Denken Sie daran, meine Herren, denken Sie immer daran, was nach Ihnen geschehen wird! Ihr habt getan, was gut war für die Freiheit und die Gleichheit; keine willkürliche Gewalt ist verschont worden, keine Anmaßung der Eigenliebe, keine widerrechtliche Besitzergreifung von Eigentum ist ungestraft geblieben; Ihr habt alle Menschen vor dem Gesetz gleichgemacht, Ihr habt dem Staat wiedergegeben, was ihm genommen wurde; daraus ergibt sich diese große Wahrheit, daß wenn die Revolution noch einen Schritt weitergeht, sie dies nicht ohne Gefahr tun kann; daß auf der Linie der Freiheit die erste Handlung, die noch folgen könnte, die Vernichtung des Königtums wäre; und daß auf der Linie der Gleichheit die erste Handlung, die noch folgen könnte, der Angriff auf das Eigentum wäre […] Ich frage all jene, die mich verstehen, alle jene, die wie ich meinen, daß, wenn die Unruhen wieder beginnen, wenn die Nation noch weitere große Erschütterungen zu erleiden hat, wenn große Ereignisse folgen werden oder auch nur zu befürchten sind, wenn alles, was das Volk in Unruhe versetzt, ihm allmählich zur Selbstverständlichkeit wird, wenn der Einfluß des Volkes sich weiterhin in den politischen Ereignissen geltend macht; ich frage all jene, sage ich, die wissen, daß, wenn die Dinge so verlaufen, die Revolution nicht beendet ist; ich frage Sie: Gibt es noch eine andere Aristokratie zu zerstören als die des Eigentums? […]

Auszüge zitiert nach: Buchez, Ph.-J.-B.; Roux-Lavergne, P.C. [Hrsg.], Histoire parlementaire de la Rèvolution francaise ou Journal des assemblèes nationales. Bd. 11. Paris 1834, S. 54-68, zit. Nach Behschnitt, Wolf D., Die Französische Revolution in Quellen und Darstellungen, in: Politische Bildung, Materialien für den Unterricht, Stuttgart 1978, S. 59f.

Aufgaben:

  1. Lies dir die Quelle aufmerksam durch.
  2. Fasse Barnaves Hauptaussagen in Stichworten zusammen.
  3. Erkläre, welcher politischen Gesinnung Antoine Barnave zuzuordnen ist.
  4. Vergleiche Barnaves Rede mit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789. Gibt es Unterschiede?

Zusatzaufgabe:

  1. Beurteile, inwiefern Barnaves Argumente mit dem berühmten Spruch der Französischen Revolution – „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ übereinstimmt.
  2. Stelle Vermutungen an, mit welcher Intention Barnave die Rede gehalten haben könnte.
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Verfasst von Fabio Schwabe

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