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Arbeitsblatt zum Deutschen Dualismus


Im Jahr 1863 erläuterte Preußens Ministerpräsident Otto von Bismarck, wie er sich die Lösung des Deutschen Dualismus mit Österreich und eine deutsche Reichsgründung vorstelle. Dabei bezog er sich auf seine im Vorjahr gehaltene „Eisen und Blut“-Rede.

In den ersten Tagen des Oktobers fuhr ich dem Könige, der sich am 30. September, dem Geburtstage seiner Gemahlin, nach Baden-Baden begeben hatte, bis Jüterbog entgegen und erwartete ihn in dem noch unfertigen, von Reisenden dritter Klasse und Handwerkern gefüllten Bahnhofe, im Dunkeln auf einer umgestürzten Schiebekarre sitzend. Meine Absicht, indem ich die Gelegenheit zu einer Unterredung suchte, war, Se. Majestät über eine Aufsehn erregende Äußerung zu beruhigen, welche ich am 30. September in der Budgetkommission getan hatte und die zwar nicht stenografiert, aber in den Zeitungen ziemlich getreu wiedergegeben war. Ich hatte […] deutlich genug gesagt, wo ich hinaus wollte, Preußen könne – das war der Sinn meiner Rede – wie schon ein Blick auf die Karte zeige, mit seinem schmalen lang gestreckten Leibe die Rüstung, deren Deutschland zu seiner Sicherheit bedürfe, allein nicht länger tragen; diese müsse sich auf alle Deutschen gleichmäßig verteilen. Dem Ziele würden wir nicht durch Reden, Vereine, Majoritätsbeschlüsse näher kommen, sondern es werde ein ernster Kampf nicht zu vermeiden sein, ein Kampf, der nur durch Eisen und Blut erledigt werden könne. Um uns darin Erfolg zu sichern, müssten die Abgeordneten das möglichst große Gewicht von Eisen und Blut in die Hand des Königs von Preußen legen, damit er es nach seinem Ermessen in die eine oder andere Waagschale werfen könne. […]

Auszüge zitiert nach: O. von Bismarck, Gedanken und Erinnerungen, Stuttgart u. Berlin 1928, S. 258f.

Aufgaben:

  1. Lies dir die Quelle aufmerksam durch.
  2. Fasse Bismarcks Hauptaussagen in Stichpunkten zusammen.
  3. Stelle Vermutungen an, was Bismarck mit den Begriffen „Eisen und Blut“ meinen könnte.
  4. Beurteile, inwiefern Bismarck mit seiner „Eisen und Blut“-Strategie die Gründung eines deutschen Einheitsstaates vorantrieb.

Zusatzaufgabe:

  1. Interpretiere die Aussage, „nicht durch Reden, Vereine, Majoritätsbeschlüsse“ würde man „dem Ziele“ näher kommen. Auf welche vorherigen Ereignisse könnte sich Bismarck dabei bezogen haben?
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Verfasst von Fabio Schwabe

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