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Arbeitsblatt zur Wirtschaft in der DDR


Auf dem 5. Parteitag der SED verkündete SED-Generalsekretär Walter Ulbricht seine wirtschaftlichen Ziele: 

Die Volkswirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik ist innerhalb weniger Jahre so zu entwickeln, dass die Überlegenheit der sozialistischen Gesellschaftsordnung der DDR gegenüber der Herrschaft der imperialistischen Kräfte im Bonner Staat eindeutig bewiesen wird und infolgedessen der Pro-Kopf-Verbrauch unserer werktätigen Bevölkerung mit allen wichtigen Lebensmitteln und Konsumgütern den Pro-Kopf-Verbrauch der Gesamtbevölkerung in Westdeutschland erreicht und übertrifft.


Im Jahr 1961 berichtete Ulbricht dem sowjetischen Staatschef Chruschtschow:

Auf dem V. Parteitag unserer Partei im Jahr 1958 und während der Ausarbeitung des Siebenjahresplans rechneten wir damit, dass in der wirtschaftlichen Entwicklung Westdeutschlands eine gewisse Stagnation eintritt und dass größere Lieferungen aus der UdSSR und den anderen sozialistischen Ländern von solchen Rohstoffen gesichert werden, die für unsere Volkswirtschaft von entscheidender Bedeutung sind. Die Entwicklung in Westdeutschland erreichte im Jahr 1960 den allergrößten Zuwachs in der Produktion und im Konsum der gesamten Nachkriegsjahre, und bisher gibt es keinen Grund, mit einer Änderung dieser Situation zu rechnen. […] In der DDR verschlechterten sich 1960 wesentlich die Bezugsmöglichkeiten für grundlegende Rohstoffe. […] Damit unsere Wirtschaft überhaupt funktionieren konnte, waren wir gezwungen, unsere Importe aus kapitalistischen Ländern um fast 30 Prozent zu steigern. Doch auch dieser Import milderte den Mangel nicht, sodass wir 1960 ernsthafte Schwierigkeiten in der Versorgung der Industrie und Rohstoffen hatten. […] Der Konjunkturaufschwung in Westdeutschland, der für jeden Einwohner der DDR sichtbar ist, ist der Hauptgrund dafür, dass im Verlaufe von zehn Jahren ungefähr zwei Millionen Menschen die DDR verließen […].

Beide Quellen zitiert nach: Ilko-Sascha Kowalczuk, Das bewegte Jahrzehnt. Geschichte der DDR von 1949 bis 1961, Bonn 2003, S. 110f.

Aufgaben:

  1. Lies dir beide Quellen aufmerksam durch.
  2. Erkläre, was Ulbrichts wirtschaftlichen Ziele im Jahr 1958 sind.
  3. Erläutere, welche wirtschaftlichen Probleme Ulbricht dem sowjetischen Staatschef Chruschtschow mitteilt.
  4. Beurteile, welchen Stellenwert die wirtschaftliche Situation für die Existenz der DDR hat.

Zusatzaufgabe:

  1. Benutze den vorheriges Wissen zur Nachkriegszeit und erläutere, inwiefern sich die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen zwischen der BRD und DDR unterschieden.
Verfasst von Fabio Schwabe

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