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Arbeitsblatt zum „Mauerfall“


Der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow hielt zum 40. Jahrestag der DDR am 6. Oktober 1989 folgende Rede:

Genossen! Es ist uns bekannt, welch großes Interesse in der DDR unseren Angelegenheiten, den radikalen Umgestaltungen in der Sowjetunion entgegengebracht wird. Die Umgestaltung (Perestroika) ist ein äußerst schwieriges Werk, das von der Partei und dem Volk die größte Anspannung aller physischen, geistigen und moralischen Kräfte erfordert. Aber sie ist für uns lebensnotwendig und – wir sind fest davon überzeugt – sie wird unser Land zu neuen Erfolgen führen und das reiche Potenzial des Sozialismus unvergleichlich weiter entfalten. Demokratisierung, Offenheit (Glasnost), sozialistischer Rechtsstaat, freie Entwicklung aller Völker und ihre gleichberechtigte Mitbestimmung in den Angelegenheiten, die das ganze Land betreffen, würdige Lebensbedingungen für die ganze Bevölkerung und garantierte Rechte für jeden, umfassende Möglichkeiten für das Schöpfertum eines jeden Menschen – das erstreben wir und von diesen Zielen lassen wir uns leiten. […] Wenn es uns gelingt, alles zu verwirklichen, was wir uns heute vorgenommen haben, bedeutet das die endgültige Trennung von der Ära des „Kalten Krieges“ und den Beginn einer wirklich friedlichen Periode in der europäischen Geschichte.

Zitiert nach: V. Gransow/K.H. Jarausch (Hrsg.): Die deutsche Vereinigung. Dokumente zur Bürgerbewegung, Annäherung und Beitritt. Köln 1991, S. 58-60.

Am 7. Oktober 1989 äußerte sich SED-Generalsekretär Erich Honecker in seiner Rede zum 40. Jahrestag der DDR:

Vor 40 Jahren wurde der erste sozialistische Staat auf deutschem Boden, die Deutsche Demokratische Republik, gegründet. Jeder, der das Glück hatte, an diesem historisch bedeutsamen Ereignis beteiligt zu sein, denkt nicht ohne Bewegung an die Tage zurück, in denen die Arbeiter und Bauern im Bunde mit der Intelligenz und allen Werktätigen im wahrsten Sinne des Wortes ihre Macht errichteten. […] Die zügellose Verleumdungskampagne, die derzeit, international koordiniert, gegen die DDR geführt wird, zielt darauf ab, Menschen zu verwirren und Zweifel in die Kraft und die Vorzüge des Sozialismus zu säen. […] Auch im fünften Jahrzehnt wird der sozialistische Staat der Arbeiter und Bauern auf deutschem Boden durch sein Handeln zum Wohle des Volkes, durch seinen Beitrag zum Frieden, Sicherheit und internationaler Zusammenarbeit ständig neu beweisen, daß seine Gründung im Oktober 1949 ein Wendepunkt war – in der Geschichte des deutschen Volkes und Europas. Es lebe der 40. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik!

Auszüge zitiert nach: Neues Deutschland, Organ des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, 9.10.1989, Seite 3f.

Aufgaben:

  1. Lies dir beide Quellen aufmerksam durch.
  2. Erläutere Gorbatschows politisches Reformprogramm „Perestroika und Glasnost„.
  3. Fasse Erich Honeckers Hauptaussagen in Stichworten zusammen.
  4. Vergleiche beide Reden miteinander. Beurteile, inwiefern Honecker auf die von Gorbatschow geratenen Reformen reagiert.

Zusatzaufgabe:

  1. Am 9. November 1989 begann mit dem „Mauerfall“ der Anfang vom Ende der SED-Herrschaft in der DDR. Beurteile, inwiefern Honeckers Abneigung gegenüber politischen Reformen das Scheitern der DDR begünstigt hat.
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Verfasst von Fabio Schwabe

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