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Arbeitsblatt zur Sklaverei im antiken Rom und Griechenland


Der im 4. Jahrhundert v. Chr. lebende griechische Philosoph Aristoteles vertrat folgende Einstellung zur Sklaverei:

Manche Lebewesen zeigen gleich bei ihrer Entstehung so große Unterschiede, dass die einem zu Dienen, die anderen zum Herrschen bestimmt erscheinen. Es gibt viele Arten dienender Wesen, z. B. Tiere und Sklaven. Es ist vorteilhafter über einen Menschen zu herrschen als über ein Tier, denn er bringt bessere Leistung. Und nur auf die kommt es an! Alle, deren Leistung aus körperlicher Arbeit besteht, sind von Natur aus Sklaven, und für sie ist es besser, in diesem Dienstverhältnis zu leben […].

Zitiert nach: Aristoteles: Politik, 1254b, übers. und eingeleitet von Wilhelm Nestle, Stuttgart 1977, S. 290f.

Der römische Senator Plinius der Jüngere schrieb im ersten Jahrhundert n. Chr. in einem Brief:

Tief erschüttert haben mich einige Krankheitsfälle, ja auch Todesfälle der Meinen und noch ganz junger Menschen. In zwei Gedanken finde ich Trost: Das eine ist die Leichtigkeit, mit der ich mich zur Freilassung entschließe; das andere, dass ich den Sklaven schon zugestehe, Testamente zu machen und diese dann gerade so, als wären sie rechtsgültig, vollstrecke. Sie erteilen Aufträge und sprechen Bitten aus, ganz wie es ihr Wunsch ist; ich führe alles aus, als wäre es ein Befehl. Sie verteilen das Ihre, verschenken dieses, hinterlassen jenes – natürlich nur innerhalb des Hauses, denn für Sklaven ist die Hausgemeinschaft wie eine Staats- und Bürgergemeinschaft. Ich weiß sehr wohl, dass andere Herren in solchem Unglück, das die Sklaven betrifft, nichts weiter als eine Vermögenseinbuße sehen und sich ob dieser Unerschütterlichkeit groß und weise dünken. Ob diese Herren groß und weise sind, weiß ich nicht. Denn zum Menschen gehört es, sich vom Schmerz anrühren zu lassen und Trost anzunehmen – nicht, des Trostes gar nicht erst zu bedürfen.

Zitiert nach: Klaus Bartels: Sokrates im Supermarkt, Frankfurt 2000.

Aufgaben:

  1. Lies dir beide Quellen aufmerksam durch.
  2. Fasse Aristoteles‘ Einstellung zur Sklaverei in Stichworten zusammen.
  3. Fasse Plinius‘ Einstellung zur Sklaverei in Stichworten zusammen.
  4. Beurteile, inwiefern Aristoteles den Sklaven mit einem Tier vergleicht.
  5. Erläutere, was Plinius zu seiner besonderen Haltung zur Sklaverei veranlasst haben könnte.

Optional:

  1. Führt eine Podiumsdiskussion zwischen Aristoteles und Plinius durch, bei der über die Abschaffung der Sklaverei debattiert wird.
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Verfasst von Fabio Schwabe

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