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Arbeitsblatt zu Römer und Germanen


Der römische Geschichtsschreiber Tacitus stellte die Lebensweise der Germanen um 100 n. Chr. folgendermaßen dar: 

[…] die äußere Erscheinung ist bei allen dieselbe; trotzig blickende Augen, rötlichblondes Haar und große Körper, die allerdings nur zu einem kurzen Ansturm taugen; in Arbeit und Anstrengungen zeigen sie nicht die gleiche Ausdauer; am wenigsten aber können sie Durst und Hitze ertragen, Kälte und Hunger dagegen auszuhalten sind sie durch Klima und Bodenbeschaffenheit gewöhnt […]. Als Getränkt dient ein Saft aus Gerste oder Weizen, der durch Gärung eine gewisse Ähnlichkeit mit Wein erhält; die Anwohner von Rhein und Donau kaufen auch Wein. Die Kost ist einfach: wildes Obst, frisches Wildbret oder geronnene Milch. Ohne feine Zubereitung, ohne Gewürze vertreiben sie den Hunger. Dem Durst gegenüber herrscht nicht dieselbe Mäßigung […]. Könige wählen sie aufgrund ihrer adligen Abstammung, Heerführer aufgrund ihrer Tapferkeit […]. Über weniger wichtige Angelegenheiten entscheiden die Adligen, über wichtige die Gesamtheit der Freien […]. Sie kommen in Waffen und setzen sich, wenn es ihnen passt. Die Priester, die bei dieser Gelegenheit auch Strafgewalt haben, gebieten Ruhe. Dann hören die Versammelten den König oder auch irgendeinen Adligen an, den Alter, Ruhm und Redegewandtheit berufen erscheinen lassen, das Wort zu ergreifen. Ein gewichteter Rat gilt bei ihnen mehr als die Befehlsgewalt eines Mächtigen. Missfällt ihnen ein Antrag, weisen sie ihn durch Murren zurück; gefällt er ihnen aber, schlagen sie die Waffen aufeinander. Denn die ehrenvollste Art der Zustimmung ist das Lob der Waffen […].

Zitiert nach: Cornelius Tacitus, Germania, in: Alfons Städele (Hrsg. und Übers.): Tacitus, Düsseldorf/Zürich 1999, S. 13, 17ff. u. 37.

Aufgaben:

  1. Lies dir die Quelle aufmerksam durch.
  2. Fasse Tacitus‘ Darstellung in Stichworten zusammen.
  3. Vergleiche die dargestellte Lebensweise der Germanen mit den Römern
  4. Erläutere, wie sich die Römer – nachdem sie Tacitus gelesen haben – die Germanen vorgestellt haben.
  5. Beurteile, inwiefern Tacitus‘ Darstellung auch als Propagandaschrift bewertet werden könnte.
Verfasst von Fabio Schwabe

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