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Quellenverweise

Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag

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Mit seinem Werk „Du Contract Social“ (Vom Gesellschaftsvertrag) ebnete Jean-Jacques Rousseau einen Weg für die Entwicklung der modernen Demokratie. Er rückte die Gesellschaft in den Mittelpunkt seiner Argumentation und lehrte, dass die staatliche Gewalt vom Gemeinwillen des Volkes ausgehen solle. Diese Idee der Volkssouveränität wurde charakteristisch für das freiheitlich-demokratische Regierungssystem. Rousseau gehört zu den bedeutendsten Aufklärern seiner Zeit.

Historischer Kontext

Wie Montesquieu erlebte Jean-Jacques Rousseau im 18. Jahrhundert das Zeitalter der Aufklärung. Die Philosophen jener Zeit ersetzten die „von Gott gegebene“ Ordnung durch ein Naturrecht, mit dem sie neue Staatstheorien entwarfen. Im Gegensatz zu Thomas Hobbes und John Locke fokussierte sich Rousseau aber nicht auf die Regierung, sondern beschäftigte sich mit der Gesellschaft. Sein Heimatort, die Stadtrepublik Genf, hatte auf seine politische Theorien eine prägende Wirkung.

Du Contract Social

Im Jahr 1762 veröffentlichte Rousseau in Amsterdam seine staatstheoretische Schrift „Du Contract Social„. Darin übte er vor allem Kritik an der gegenwärtigen Gesellschaft und bemängelte die soziale Ungleichheit, die wiederum die politische Ordnung gefährde. Durch die Einbindung in die Gesellschaft werde der Mensch seiner natürlichen Freiheit beraubt und lebe daher in Unfreiheit. Als größtes Problem betrachtete Rousseau das Eigentum, das zu ökonomischer, sozialer und schließlich politischer Unfreiheit führe. Als Lösung für dieses Problem plädierte er für einen Gesellschaftsvertrag, der eine sozial gerechte Gesellschaft garantieren sollte.

Volonté générale

Rousseau vertrat die Ansicht, dass politische Freiheit nur durch den Gemeinwillen des Volkes (Volonté générale) ermöglicht werden könne. Damit meinte er aber nicht die Summe aller Sonderinteressen eines jeden Bürgers. Jedes Individuum solle seinen eigenen Interessen dem Gemeinwillen der Bürgerschaft unterordnen. Durch diesen Gesellschaftsvertrag werde Gerechtigkeit geschaffen, da Egoismus und Eigennutz durch das Allgemeinwohl ersetzt werden. Nach seiner Theorie wird dem Individuum auch das Recht auf Privateigentum, das nun dem Gesamtwohl der Gesellschaft dient, abgesprochen. Rousseau erklärte die Republik, ein kleines Territorium und geringe soziale Unterschiede zu idealen Voraussetzungen für seinen Idealstaat.

Nachwirkungen

Mit seiner Theorie des Gesellschaftsvertrags entwickelte Rousseau die Idee der Volkssouveränität. Die Gesellschaft selbst sollte zum Träger der staatlichen Gewalt erhoben werden. Diese Vorstellung gab wichtige Impulse für den Ausbruch der Französischen Revolution 1789 und wurde während der Schreckensherrschaft der Jakobiner 1793/94 erstmals radikal verwirklicht. Volkssouveränität gehört zu den Grundlagen heutiger demokratischer Systeme, wird jedoch meistens in Form von Repräsentation ausgeübt. Rousseaus Idealstaat konnte sich daher nicht vollständig behaupten und wird aufgrund seiner radikalen Ansätze – Abschaffung von Privateigentum – kritisch diskutiert. Oft wird seine Staatstheorie als totalitäres System betrachtet, weil sich der einzelne Wille unterordnen muss und damit Freiheits- und Grundrechte beschnitten werden.






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