Themenseite
  • Burschenschaften auf dem Wartburgfest, 1817Burschenschaften auf dem Wartburgfest, 1817
  • Die Ermordung des anti-liberalen Schriftstellers August von Kotzebue war Anlass für die Karlsbader BeschlüsseDie Ermordung des anti-liberalen Schriftstellers August von Kotzebue war Anlass für die Karlsbader Beschlüsse
  • Anzeige


  • Forderungen nach liberaler Verfassung und deutschem Einheitsstaat auf dem Hambacher Fest, 1832Forderungen nach liberaler Verfassung und deutschem Einheitsstaat auf dem Hambacher Fest, 1832

Fehler gefunden?


Du hast einen inhaltlichen oder formalen Fehler in diesem Artikel gefunden? Bitte melde ihn mittels unseres Feedback-Formulars. Danke!
Quellenverweise

Vormärz

Jetzt Zusammenfassungen downloaden!

Die liberalen Ideen der Französischen Revolution und Aufklärung, die während der französischen Besatzungszeit nach Deutschland gelangten, waren nach 1815 nicht mehr wegzudenken. Auch nationale Bewegungen riefen in der Folgezeit verstärkt dazu auf, dass die deutschsprachigen Einzelstaaten in einen deutschen Nationalstaat umgewandelt werden müssten. Der Zeitabschnitt zwischen 1830 und 1848 wird als Vormärz bezeichnet.

Burschenschaften

Die auf dem Wiener Kongress beschlossene Restauration stieß besonders beim deutschen Bürgertum auf große Enttäuschung, da ihre Wünsche nach Freiheit und nationaler Einheit abgelehnt wurden. Die Befreiungskriege hatten ein deutsches Nationalbewusstsein aufkommen lassen. Deswegen begannen Studenten, Professoren und Schriftsteller in sogenannten Burschenschaften und Turnvereinen ihre politischen Forderungen durchzusetzen. Landesweite Bekanntheit erlangte das Wartburgfest im Jahr 1817, als sich etwa 500 Studenten auf der Wartburg versammelten und ihren Willen zum deutschen Nationalstaat bekundeten. Die zunehmende Radikalisierung mündete in der Ermordung des Schriftstellers August von Kotzebue im Jahr 1819, der allgemein als Feind liberaler Bewegungen galt. Diese blutige Tat eines Burschenschaftlers hatte weitreichende Folgen für liberale und nationale Bewegungen, denen nun mit Unterdrückung und Verfolgung gedroht wurde.

Karlsbader Beschlüsse

Der Mord an Kotzebue gab deutschen Fürsten den Anlass dazu, die Revolutionäre mit radikaler Unterdrückung zur Aufgabe zu zwingen. Zunächst wurden Burschenschaften und Turnvereine verboten, danach folgte die Einführung von Pressezensur und ein Versammlungsverbot. Des Weiteren kam es zu einer strengen Demagogenverfolgung, durch die liberale Professoren oder Schriftsteller entweder aus ihren Ämtern entlassen wurden oder den Staat verlassen mussten [Quelle]. Die Karlsbader Beschlüsse hatten zumindest bis zur Juli-Revolution 1830 weitgehend Erfolg und konnten die Aufstände unterdrücken. Erst 1848 wurden sie außer Kraft gesetzt1.

Julirevolution in Frankreich

Im Juli 1830 brach in Frankreich die sogenannte Julirevolution aus, nachdem König Karl X. die Pressefreiheit aufgehoben und das Wahlrecht einseitig zu Gunsten des Adels entschieden hatte. Die Bourbonen-Herrschaft in Frankreich wurde damit beendet. Schließlich siegte das finanzstarke Bürgertum unter den Revolutionären, welches in der neuen liberalen Monarchie den Bürgerkönig mit einer veränderten Verfassung aus entscheidenden Positionen verdrängen konnte. Die Pariser-Revolution gab der Freiheits- und Nationalbewegung in Deutschland neuen Aufschwung. Nach langer Verzögerung wurden auch in Kurhessen, Hannover, Braunschweig und Sachsen Verfassungen eingeführt. Zunehmend kam es besonders in südwestlichen Staaten verstärkt zu Unruhen, die die Herrschaft der Fürsten stürzen wollten.2

Hambacher Fest

Auf dem Hambacher Fest versammelten sich im Jahr 1832 knapp 30.000 liberale Bürger, Arbeiter und Bauern, die bei dieser Massendemonstration ihre Forderungen nach deutschem Nationalstaat auf der Grundlage einer Verfassung mit Volkssouveränität offenlegten3. Als bekanntester Initiator galt Journalist Jakob Siebenpfeiffer, der sich schon länger für Freiheitsrechte und Volkssouveränität eingesetzt hatte [Quelle]. Die Fürsten reagierten mit verstärkter Repression und versuchten gewaltsam, die Freiheitsbewegung still zu stellen. Daraufhin wurden politische Vereine, öffentliche Reden und die schwarz-rot-goldene Fahne verboten. Es folgten Verhaftungen und Prozesse gegen die Leitbilder der revolutionären Bestrebungen.

Göttinger Sieben

Hannover gehörte zu den wenigen liberalen Staaten im Deutschen Bund und führte 1833 eine Verfassung ein. Es bildete mit Großbritannien eine Personalunion, in der König Wilhelm IV. regierte. Nachdem dieser 1837 gestorben war, endete die Personalunion. Wilhelms Bruder Ernst August folgte auf sein Amt und setzte die Verfassung außer Kraft, weil er sich nicht an ihr gebunden fühlte. Als Leitbild der Widerstandsbewegung erwies sich Christoph Friedrich Dahlmann, der die Verfassung 1833 selbst entworfen hatte. Er versuchte mit allen Mitteln, Professoren seiner Universität Göttingen zum Widerstand zu bewegen. Insgesamt beteiligten sich aber nur sechs weitere Professoren, die wenig später aus ihren Ämtern entlassen wurden. Ein Teil von ihnen wurden sogar des Landes verwiesen. Obwohl die Proteste in Hannover lokal begrenzt blieben, erlangte der mutige Protest dieser sieben Göttinger Professoren europaweites Aufsehen und bildete eine wichtige Grundlage für den Ausbruch der Revolution 1848/49. Hier geht es zum ganzen Artikel über die Göttinger Sieben.

» Hier geht es zur Quellensammlung






Siocial Network


Google