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Quellenverweise

Ernst Moritz Arndt: Des Deutschen Vaterland

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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die vielen deutschen Klein- und Mittelstaaten in den Napoleonischen Kriegen von Frankreich besetzt worden. Allmählich entstand bei den Deutschen ein gemeinsames Nationalgefühl als Widerstand gegen die französische Fremdherrschaft. Die damalige Situation der zusammenhangslosen deutschen Gebiete brachte der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt mit seinem Lied „Des Deutschen Vaterland“ 1813 zum Ausdruck:

Des Deutschen Vaterland

Was ist des Deutschen Vaterland? Ist’s Preußenland, ist’s Schwabenland? Ist’s, wo am Rhein die Rebe blüht? Ist’s, wo am Belt die Möwe zieht? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muß größer sein.

Was ist des Deutschen Vaterland? Ist’s Baierland, ist’s Steierland? Ist’s. wo des Marsen Rind sich streckt? Ist’s, wo der Märker Eisen reckt? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muß größer sein.

Was ist des Deutschen Vaterland? Ist’s Pommerland, Westfalenland? Ist’s, wo der Sand der Dünen weht? Ist’s, wo die Donau brausend geht? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muß größer sein.

Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mit das große Land! Ist’s Land der Schweizer? ist’s Tirol? Das Land und Volk gefiel mir wohl; Doch nein! nein! Sein Vaterland muß größer sein.

Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land! Gewiß, es ist das Österreich, an Ehren und an Siegen reich? O nein! nein! nein! Sein Vaterland muß größer sein.

Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land! So weit die deutsche Zunge klingt und Gott im Himmel Lieder singt, das soll es sein! Das, wackrer Deutscher, nenne dein!

Das ist des Deutschen Vaterland, wo Eide schwört der Druck der Hand, wo Treue hell vom Auge blitzt und Liebe warm im Herzen sitzt – das soll es sein! Das, wackrer Deutscher, nenne dein!

Das ist des Deutschen Vaterland, wo Zorn vertilgt den wälschen Tand, wo jeder Franzmann heißet Feind, wo jeder Deutsche heißet Freund – das soll es sein! Das ganze Deutschland soll es sein!

Das ganze Deutschland soll es sein! O Gott vom Himmel sieh‘ darein, und gieb und rechten deutschen Muth, daß wir es lieben treu und gut. Das soll es sein! Das ganze Deutschland soll es sein!

Zitiert nach: Heinrich Meisner, Gedichte von Ernst Moritz Arndt, vollständige Sammlung, Bd. 2, Leipzig 1894, S. 18-21.







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