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Quellenverweise

Reichstagsrede Hitlers zur Rheinlandbesetzung

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Nach der umstrittenen Wiedereinführung der Wehrpflicht 1935 ging das Dritte Reich mit ihrer Außenpolitik in Konflikt mit den europäischen Staaten. Der nächste Schritt war die rechtswidrige Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes am 7. März 1936. Für die Rechtfertigung dieses Vorgehens fand Führer Adolf Hitler vor dem Reichstag folgende Worte:

Reichstagsrede Hitlers zur Rheinlandbesetzung

Sie, meine Abgeordneten, Männer des Reichstags, kennen den schweren Weg, den ich gehen mußte, seit jenem 30. Januar 1930, um das deutsche Volk aus seiner unwürdigen Stellung zu erlösen, um ihm Schritt für Schritt die Gleichberechtigung zu sichern, ohne es dabei aus der politischen und wirtschaftlichen Gemeinschaft der europäischen Nationen zu entfernen und besonders ohne aus der Abwicklung der Folgen einer alten Feindschaft wieder eine neue zu erzeugen! Ich werde einmal von der Geschichte die Belästigung beanspruchen können, daß ich in keiner Stunde meines Handelns für das deutsche Volk die Pflichten vergessen habe, die ich und die wir alle der Aufrechterhaltung der europäischen Kultur und Zivilisation gegenüber zu tragen schuldig sind. […]

Ich habe in diesen drei Jahren – leider nur zu oft vergeblich – immer wieder versucht, eine Brücke zur Verständigung zum französischen Volk zu schlagen. […] Warum soll es dann nicht möglich sein, den zwecklosen jahrhundertelangen Streit, der keinem der beiden Völker einen endgültigen Entscheid gebracht hat und bringen konnte und bringen wird, abzubrechen und durch die Rücksichtnahme einer höheren Vernunft zu ersetzen? Das deutsche Volk ist nicht interessiert daran, daß das französische leidet, und umgekehrt: Wo läge der Vorteil für Frankreich darin, wenn Deutschland in Nor verkommt? […] Warum soll es nicht möglich sein, das Problem der allgemeinen europäischen Volks- und Staatengegensätze aus der Sphäre des Unvernünftigen, Leidenschaftlichen herauszuheben und unter das ruhige Licht einer höheren Einsicht zu stellen?

Ich habe mir jedenfalls einst geschworen, ebenso zäh und tapfer für die deutsche Gleichberechtigung zu kämpfen und diese so oder so durchzusetzen, wie umgekehrt aber auch das Verantwortungsgefühl zu stärken für die Notwendigkeit einer europäischen gegenseitigen Rücksichtnahme und Zusammenarbeit. Wenn mir aber heute von Seiten meiner internationalen Gegner aus vorgehalten wird, daß ich doch diese Zusammenarbeit mit Rußland ablehne, so muß ich demgegenüber folgendes erklären: Ich lehne und lehnte sie nicht ab mit Rußland, sondern mit dem auf die Herrschaft der Welt Anspruch erhebenden Bolschewismus. […] Ich zittere für Europa bei dem Gedanken, was aus unserem alten, menschenüberfüllten Kontinent werden soll, wenn durch das Hereinbrechen dieser destruktiven und alle bisherigen Werte umstürzenden asiatischen Weltauffassung das Chaos der bolschewistischen Revolution erfolgreich sein würde. Ich bin vielleicht für viele europäische Staatsmänner ein phantastischer, jedenfalls aber unbequemer Warner. Daß ich aber in den Augen der bolschewistisch-internationalen Weltunterdrücker als einer der größten Feinde gelte, ist für mich nur eine große Ehre und eine Rechtfertigung meines Handelns von der Welt. […]

Auszüge zitiert nach: W. Lautemann, M. Schlenke (Hg.), Geschichte in Quellen, Weltkriege und Revolutionen 1914-1945, Band 5, München 1961, S. 359.

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