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Quellenverweise

Entnazifizierung

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Zu den wichtigsten Beschlüssen des Alliierten Kontrollrats gehörte neben den Nürnberger Prozessen die Entnazifizierung. Diese Maßnahme sollte Deutschland in Politik, Kultur und Wirtschaft von nationalsozialistischer Ideologie säubern und die Kriegsverbrecher vor eine gerechte Strafe stellen. Die Entnazifizierungspolitik erfolgte in den vier Besatzungszonen aufgrund politischer und ökonomischer Interessen auf unterschiedlicher Weise.

Kontrollratsgesetz Nr. 104

Die angeklagten Personen wurden gemäß des im März 1946 verabschiedeten Kontrollratsgesetzes Nr. 104 in fünf verschiedene Kategorien unterteilt, welche das Strafmaß der Beschuldigten identifizieren sollten. Die alliierten Siegermächte teilten die Betroffenen in Hauptschuldige, Nutznießer, Minderbelastete, Mitläufer und Entlastete ein. Ziel dieses Gesetzes war die Ausschaltung aller NSDAP-Mitglieder als Intention der gemeinsamen Entnazifizierungspolitik1.

Prozess in den 4 Besatzungszonen

Die politische Säuberung in der SMAD wurde deutlich effizienter und konsequenter durchgeführt als in den Westzonen. Ein wichtiger Grund dafür war die Absicht, mit einer radikalen Säuberung eine strukturelle Umwälzung der Gesellschaft zu bewerkstelligen. In der Amerikanischen Besatzungszone gab es dagegen eine milde Vorgehensweise. Jeder Erwachsene musste einen Fragebogen ausfüllen und wurde auf unterschiedliches Strafmaß eingestuft. Im März 1946 wurde das Befreiungsgesetz verabschiedet, durch das die gesamte Verantwortung der Entnazifizierung in die Hände deutscher Behörden gelegt wurde2. Somit folgte Amnestie anstatt gerechte Strafen, sodass sich einige Kriegsverbrecher von der Schuld befreien konnten. Für die Einbindung der deutschen Gesellschaft in die westliche Staatengemeinschaft nutzten die amerikanischen und britischen Militärregierungen die Re-Education, die zudem als Umerziehungsprogramm dienen sollte. Da sich die Besatzungsmächte aufgrund der Blockbildung immer mehr entfremdeten, geriet demnach der ursprüngliche Zweck der Entnazifizierung in den Hintergrund. Sowohl bei den Briten als auch den Franzosen fand der Prozess nur in sehr begrenztem Umfang statt.

Kritik und Fazit

Die gemeinsame Entnazifizierungspolitik muss aufgrund der politischen Folgen kritisch beurteilt werden. Die internationalen Entwicklungen nach 1945 hatten einen besonderen Einfluss auf diesen Prozess, da der Kalte Krieg und die politischen Interessen der USA und Sowjetunion den Verlauf der Entnazifizierung in den Schatten stellten. Somit gelang es einigen ehemaligen Funktionären der NSDAP, ins Exil zu flüchten und dort unter gefälschten Initialen die berufliche Aktivität weiterhin fortzuführen. Ein Beispiel dafür war Kriegsverbrecher Hans Ernst Schneider, der jahrelang für die NSDAP tätig gewesen war und unter dem Namen Hans Schwerte ins Ausland siedelte3. Erst in den 1990er Jahren wurde Schneider enttarnt. Damit stellte sich heraus, dass sich die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz durch die Konfrontationen nicht mehr mit dem tatsächlichen Vorgehen der Besatzungsmächte decken konnten.






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