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  • Die Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs (Berlin, Wintergarten 1945) zwang die europäischen Staaten zu gemeinsamer ZusammenarbeitDie Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs (Berlin, Wintergarten 1945) zwang die europäischen Staaten zu gemeinsamer Zusammenarbeit
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  • Durch das Schengener Abkommen 1985 wurden die Grenzkontrollen innerhalb der EU abgebautDurch das Schengener Abkommen 1985 wurden die Grenzkontrollen innerhalb der EU abgebaut

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Geschichte der EU

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Die Europäische Union ist ein supranationaler Zusammenschluss von derzeit 28 Mitgliedsstaaten. Ihre Geschichte geht bis in die Nachkriegszeit 1945 zurück. Der erste Grundstein für die EU wurde mit der Gründung der Montanunion 1951 gelegt, die sechs Jahre später um die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft erweitert werden konnte. Nach dem Ende des Kalten Krieges sorgte der Vertrag von Maastricht 1992 für den weiteren Ausbau der EU. Seit der Einführung des Euro 1999 verfügt die EU auch über eine nahezu einheitliche Währung.

Europa in der Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 war Europa politisch und wirtschaftlich zerrüttet. Zur Grundlage für die Bildung einer europäischen Gemeinschaft wurde das sich verbessernde deutsch-französische Verhältnis. Frankreichs Außenminister Robert Schuman schlug am 9. Mai 1950 vor, die gesamte französische und deutsche Stahl- und Kohleproduktion unter einer gemeinsamen Behörde zu stellen. Obwohl Frankreich der jungen BRD wegen der Lehren aus dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstand, setzte es auf wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die BRD fügte sich demzufolge unter Bundeskanzler Konrad Adenauer mit der Westintegration eng in die westliche Staatengemeinschaft. Dies machte der aufkommende Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion notwendig. Somit entstand die Idee einer (west-)europäischen Gemeinschaft aus der Gefahr vor dem sowjetischen Kommunismus im Osten.1

Montanunion & Römische Verträge

Am 18. April 1951 wurde von Frankreich, BRD, Belgien, Italien, Luxemburg und den Niederlanden die Montanunion (auch Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) gegründet. Dies markierte den Auftakt des bis heute andauernden europäischen Zusammenwachsens. Dadurch wurde die deutsch-französische Kohle- und Stahlproduktion unter der Aufsicht einer Hohen Behörde gestellt. Mit den 1957 geschlossenen Römischen Verträgen gründeten die selben Staaten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und EURATOM. Die EWG legte den Grundstein für die Einführung eines gemeinsamen Marktes ohne Binnenzölle. Darüber hinaus verhandelten die Mitgliedsstaaten auch über die Gründung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft. Dieser Plan scheiterte allerdings 1954 am Einspruch der französischen Nationalversammlung.2

EG-Fusionsvertrag

In den 1960er Jahren begannen sich die bisher eingerichteten Institutionen weiter zu verfestigen. Durch den am 1. Juli 1967 inkraftgetretenen EG-Fusionsvertrag wurden die EGKS, EWG und EURATOM zu den Europäischen Gemeinschaften zusammengelegt. 1968 erfolgte der Abschluss der Zollunion. 1971 beschloss der Ministerrat die Einführung einer Wirtschafts- und Währungsunion. Zwei Jahre später traten der EG Großbritannien, Irland und Dänemark bei. Bis auf Großbritannien gründeten die EG-Mitgliedsstaaten 1978 das Europäische Währungssystem, um Kursschwankungen zwischen den einzelnen Währungen zu begrenzen. Als gemeinsame Verechnungseinheit wurde die ECU eingeführt.3

Schengener Abkommen

Nachdem 1968 alle Binnenzölle zwischen den EG-Staaten abgeschafft werden konnten, wurden mit dem Schengener Abkommen auch die Grenzkontrollen schrittweise abgebaut. Damit konnten zwischenstaatliche Reisen erleichtert werden. In den 1980er Jahren traten der EG auch die südlichen Staaten Griechenland, Portugal und Spanien, die sich zuvor von ihren autoritären Regimen gelöst hatten, bei. Mit der 1987 inkraftgetretenen Einheitlichen Europäischen Akte wurde ein Weg für einen langfristigen Reformprozess geebnet: demzufolge sollte bis 1992 auf allen Feldern ein europäischer Binnenmarkt eingerichtet und die Kompetenzen eines supranationalen Rates, einer Kommission und eines Parlaments neu definiert werden.4

Vertrag von Maastricht

Nach dem Zerfall des Ostblocks, Ende des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 veränderte sich die geopolitische Lage. Mit dem am 7. Februar 1992 unterzeichneten Vertrag von Maastricht wurde die Europäische Union eingeführt. Demzufolge wuchsen die Institutionen enger zusammen: in Bildung, Kultur, Gesundheit, Justiz sowie Sicherheitspolitik kam es zu vereinheitlichen Strukturen. 1995 traten der EU Finnland, Schweden und Österreich bei. Weitere Reformwerke erfolgten mit den Verträgen von Amsterdam (1997) und Nizza (2000). Zum 1. Januar 1999 wurde der Euro in 12 von 15 EU-Staaten als einheitliches Zahlungsmittel – zunächst als Buchgeld, 2002 auch als Bargeld – eingeführt. Zum europäischen Integrationsprozess gehörte außerdem die EU-Osterweiterung. Demzufolge traten 2004 zehn Staaten aus Mittel- und Südosteuropa – 2007 auch Bulgarien und Rumänien, 2013 Kroatien – der EU bei.5

Vertrag von Lissabon & Eurokrise

Da sich mit der gewachsenen EU auch die Aufgaben und nationalstaatlichen Sonderinteressen erhöht hatten, wurde 2004 die Verabschiedung einer EU-Verfassung angestrebt. Diese scheiterte aber ein Jahr später an Frankreich und den Niederlanden. Anstattdessen stärkte der 2009 inkraftgetretene Vertrag von Lissabon die Rechte des Europäischen Parlaments. Die Entscheidungskompetenzen der EU-Organe wurden damit weiter ausgebaut. Mit der 2010 eingesetzten Eurokrise verfiel die EU in einen finanziellen und politischen Konflikt. Durch Hilfspakete und Sparmaßnahmen wurde der Wirtschaftskrise südeuropäischer Staaten entgegengesetzt. Gegenwärtige politische Konflikte wie die Flüchtlingskrise stellen die EU vor weiteren schwierigen Herausforderungen und hatten 2016 ein Referendum für den Austritt Großbritanniens zur Folge.






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