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  • Durch die wandernden Hunnen stießen andere germanische Stammesverbände nach Westen ins Römische Reich vorDurch die wandernden Hunnen stießen andere germanische Stammesverbände nach Westen ins Römische Reich vor
  • Nachdem Kaiser Honorius den Westgoten Versorgungsgüter und Soldzahlungen verweigerte, kam es 410 zur Plünderung und Einnahme RomsNachdem Kaiser Honorius den Westgoten Versorgungsgüter und Soldzahlungen verweigerte, kam es 410 zur Plünderung und Einnahme Roms
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  • Der fränkische Heermeister Chlodwig unterwarf andere germanische Stämme und verband durch seinen Übertritt zum Christentum die germanischen Krieger mit der römischen ZivilbevölkerungDer fränkische Heermeister Chlodwig unterwarf andere germanische Stämme und verband durch seinen Übertritt zum Christentum die germanischen Krieger mit der römischen Zivilbevölkerung

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Quellenverweise

Völkerwanderung

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Im 4. Jahrhundert setzte eine stärkere germanische Völkerwanderung ein. Deren Stämme versuchten nun aus verschiedenen Gründen in das Römische Reich einzudringen. Nachdem Rom im Jahr 410 geplündert und 476 der letzte römische Kaiser abgesetzt wurde, sprach man in Europa vom Untergang des Römischen Reiches. Auf diesem Gebiet gründeten die germanischen Stämme nun eigene Teilreiche. In einem langwierigen Prozess etablierte sich später das Fränkische Reich als „Nachfolger“ des antiken Imperiums der Römer. An deren Spitze stellte sich Karl der Große als erster Kaiser des Mittelalters in Westeuropa.

Spaltung der Goten

Am Ende des 3. Jahrhunderts spaltete sich das Stammesvolk der Goten in zwei Lager: den Westgoten und Ostgoten. Im 4. Jahrhundert wurden die Westgoten wegen der andauernden innenpolitischen Krise der Römer als Föderaten ins Reich aufgenommen. Weiter östlich begründeten die Ostgoten ein eigenes Heerkönigtum. Deren Anhänger waren gepanzerte Lanzenreiter, die riesige Entfernungen bewältigten und ihre Kämpfe mit dem Pferd austrugen. Aufgrund ihrer weiträumigen Ausbreitung übernahmen sie die Lebensweise der iranisch-türkischen Steppenvölker.1

Hunneneinfall

Im Jahr 375 begannen auch die Hunnen mit einer stärkeren Völkerwanderung. Sie zerstörten das ostgotische Königtum und bedrängten auch die Westgoten. Weil sich die meisten Westgoten nicht den Hunnen unterwerfen lassen wollten, traten sie nun verstärkt als Föderaten in das Römische Reich ein. Dort verschmolzen gotische Tradition mit römischer Heeresorganisation. Mit dieser „Flucht“ ins Römische Reich begann praktisch die eigentliche Epoche der Völkerwanderung, die später den „Untergang“ der Römer herbeiführte. In der Schlacht bei Adrianopel 378 wurde die kaiserliche Armee des oströmischen Reiches von den Goten geschlagen. Kaiser Theodosius I. schloss mit den Goten daraufhin einen Föderationsvertrag, der die Entstehung von barbarischen Reichen auf römischen Gebiet ermöglichte.2

Eroberung Roms 410

Ab 406 schritten die Vandalen, Quaden und Alanen im Westen über den Rhein und breiteten sich über ganz Gallien und Spanien aus. Der westgotische König Alarich erzielte militärische Erfolge und wollte bei Kaiser Honorius die Anerkennung seines Königtums erzwingen. Da sich Honorius aber vehement gegen dessen Pläne stellte, kam es 410 zur Einnahme und Plünderung Roms durch die Westgoten. König Alarich zog mit seinen Truppen weiterhin nach Unteritalien, um von dort nach Afrika überzutreten. Da dieses Vorhaben aber scheiterte und Alarich auf dem Rückmarsch starb, wurde Athaulf sein Nachfolger. Unter seinem Befehl zogen die Westgoten weiter nach Gallien.3

Ende des weströmischen Reiches

Zwischen 418 und 507 etablierten die Westgoten in Gallien ein eigenes Herrschaftsgebiet, das Reich von Toulouse. Die Vandalen setzten nach militärischen Niederlagen gegen die Westgoten nach Afrika über und begründeten später in Süditalien das Vandalenreich. In Rom wurde 476 der letzte Kaiser Romulus Augustulus abgesetzt und durch den germanischen Heermeister Odoaker ersetzt. Damit endete das römische Kaisertum im Westen. In der Folgezeit nutzten die Franken die das durch Bürgerkriege entstandene Machtvakuum im weströmischen Reich, um dort ein eigenes Reich zu begründen4.

Aufstieg der Franken

Am Ende des 5. Jahrhunderts gab es in Nordgallien noch ein römisches Restreich. Der fränkische Heermeister Chlodwig besiegte 486/487 den römischen Kommandeur Syagrius und übernahm das Kommando über die verbliebenen römischen Truppen. Mit militärischen Siegen gegen die Alamannen und Westgoten konnte Chlodwig die anderen germanischen Teilstämme aus Gallien verdrängen. Der Besitz der ehemaligen römischen Grundherren geriet dabei in die Hände Chlodwigs. Indem er Grund und Boden verschenkte, brachte er zahlreiche Adelige in seine Abhängigkeit – womit er wahrscheinlich das Lehnswesen begründete. Chlodwig verband die germanischen Krieger mit dem römischen Finanz- und Verwaltungsapparat. Die lokalen Bischöfe übernahmen wichtige Verwaltungsaufgaben, sodass sich die Kirche zu einer wichtigen Säule des Königtums entwickelte. Mit seinem Übertritt zum katholischen Christentum schuf er die Voraussetzung für die Verbindung der Germanen mit der römischen Zivilbevölkerung. Daher gilt Chlodwig in der Geschichtsschreibung als Begründer des Fränkischen Reichs. Im 10. Jahrhundert entwickelte sich im westlichen Teil Frankreich, während östlich das Heilige Römische Reich in die Tradition des antiken Imperiums der Römer gestellt wurde. Mit dem Einfall der Langobarden in Italien 568 endete praktisch die Epoche der Völkerwanderung.5






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