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  • König Johann unterschrieb 1215 die Magna Charta und sicherte dem englischen Adel damit politischen Einfluss zuKönig Johann unterschrieb 1215 die Magna Charta und sicherte dem englischen Adel damit politischen Einfluss zu

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Quellenverweise

Magna Charta

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Die in England im Jahr 1215 unterzeichnete Magna Charta schuf wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung von Parlament, Demokratie und Menschenrechten. Zu dieser Zeit war Johann Ohneland König von England. Auf der anderen Seite stand der revoltierende Adel, der mehr politische Mitspracherechte forderte. Nach einem verlustreichen Krieg in Frankreich und einem ausgebrochenen Bürgerkrieg musste der König schließlich einlenken. Mit dem Dokument Magna Charta war der König nun durch den politischen Einfluss des Adels eingeschränkt. Es war der Beginn des britischen Parlamentarismus, dem in der Glorious Revolution 1688 endgültig der Durchbruch gelang.

Normannische Eroberung Englands

Im Jahr 1066 war Großbritannien vom normannischen Herzog Wilhelm dem Eroberer eingenommen worden. In der Schlacht bei Hastings besiegte und vertrieb er die Angelsachsen mit ihrem König Harald II. Durch die Einführung des normannischen Feudalismus wurden ehemalige Grundbesitzer enteignet und durch Wilhelms Gefolgsleute ersetzt. Aufgrund eines Bürgerkriegs zwischen 1134 und 1154 begannen die adeligen Grundbesitzer mit der Aufstellung eigener Armeen und festigten damit ihre Herrschaft. Unter den Monarchen Heinrich II. und Richard Löwenherz wurde die königliche Zentralgewalt aber wieder durch eine effiziente Verwaltung gestärkt.

König Johann Ohneland

Seit dem 1202 ausgebrochenen französisch-englischen Krieg befand sich der englische König Johann Ohneland kaum in der Heimat. Dadurch konnte der Adel seine Herrschaftsrechte wieder ausweiten. Nachdem Johann einige englische Besitzungen in Frankreich aufgeben musste, beschäftigte er sich wieder mehr mit der englischen Innenpolitik und übte eine direkte Herrschaft aus. Da Johann 1213 einen geplanten Kriegszug gegen Frankreich absagen musste, berief er den großen Rat nach St. Albans ein. Dort empörten sich viele Ritter und andere Adelige darüber, dass sie die Kosten für den Feldzug gegen Frankreich selbst tragen müssten. Als Reaktion auf die autoritäre Herrschaft König Johanns bewaffnete sich die Barone 1215 für einen Bürgerkrieg in London und forderte mehr politische Mitspracherechte. Johann sah schließlich ein, dass er dem Adel Zugeständnisse machen musste. Dies lieferte die Grundlage für die Unterzeichnung der Magna Charta.

Magna Charta

König Johann ging auf die Forderungen der Rebellen ein und machte ihnen in der Magna Charta einige Zugeständnisse. Durch diese am 15.6.1215 unterzeichnete Freiheitsurkunde wurde die königliche Zentralgewalt langfristig durch den Einfluss des Adels eingeschränkt. Sie sollte in der Folgezeit bei Streitigkeiten zwischen König und Adel als rechtliche Verhandlungsgrundlage dienen. Der König durfte nun Steuern für Feldzüge erst nach Zustimmung der Vertreter im großen Rat eintreiben. Als Kontrolle zur Einhaltung der Magna Charta wurde das „Komitee der 25 Barone“ eingeführt. Neben der politischen Stärkung des Adels wurde auch der Kirche von England Freiheit gewährt.

Folgen

Schon im September 1215 kam es zu einem erneuten Bürgerkrieg, weil sich König Johann an Papst Innozenz III. gewendet hatte. Dieser erklärte die Magna Charta für ungültig. Die adeligen Rebellen stützten sich allerdings immer noch auf ihre bewaffneten Heere. Da Johann im Oktober 1216 starb und dessen Sohn Heinrich III. in seine Nachfolge trat, wurde die Magna Charta schließlich erneut anerkannt. Im Jahr 1225 kam es zu einer endgültigen Fassung der Magna Charta. Als in England in der Glorious Revolution 1688 ein erneuter Konflikt zwischen König und Parlament ausbrach, diente die Magna Charta als rechtliche Grundlage der Revolutionäre. Sie wurde Basis der Petition of Right, die den Beginn des modernen Parlamentarismus in Europa markiert. Auch die Verfassungen der USA und Frankreich nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und der Französischen Revolution bauen auf ihr auf.






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