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Byzantinisches Reich

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Nachdem das Römische Reich durch die Krisenzeit der Soldatenkaiser und die einfallenden Barbaren immer schwieriger zu verwalten war, wurde es 395 in West und Ost geteilt. Vor allem der östliche Teil war durch die aggressiv agierenden Sassaniden in seiner Existenz bedroht. Kaiser Konstantin der Große nahm dies zum Anlass, seine Residenzstadt von Rom nach Konstantinopel zu verlegen. Er ließ die griechische Stadt Byzanz zwischen 326 und 330 ausbauen und benannte sie nach seinem Namen in Konstantinopel um. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches 476 überlebte Byzanz die Völkerwanderungen und bestand als Römisches Reich im östlichen Mittelmeerraum weiterhin fort.

Reichsteilung 395

Nach Konstantins Tod 337 gab es noch mehrere Kaiser in Rom und Konstantinopel, wobei die Reichseinheit nie in Frage gestellt worden war. Im Jahr 395 kam es zu einer genaueren organisatorischen Aufteilung in Ost und West, sodass sich Konstantinopel zu einem eigenständigen Staat zu entwickeln begann. Noch aber bildete das Römische Reich eine formale Einheit. Erst durch die folgenden Völkerwanderungen im 5. Jahrhundert und dem Untergang des Weströmischen Reiches verstand sich Konstantinopel nun als das Römische Reich.1

Völkerwanderung

Am Ende des 4. Jahrhundert wurde die östliche Reichshälfte zur Zielscheibe von germanischen Kriegern wie West- und Ostgoten. Nach einer verheerenden Niederlage in der Schlacht von Adrianopel nahm diese Kaiser Theodosius I. als Foederaten ins Reich auf. Der Schwerpunkt der Völkerwanderung richtete sich aber nun auf das Weströmische Reich. 410 wurde Rom durch die Westgoten geplündert. Trotz der Gefahren durch die persischen Sassaniden konnte sich das Oströmische Reich aber weitgehend stabilisieren. Nachdem 476 im Westen der letzte Kaiser Romulus Augustulus vom germanischen Heerführer Odoaker abgesetzt worden war, reduzierte sich das Römische Reich auf seine östliche Reichshälfte. Hier geht es zum ganzen Artikel über die Völkerwanderung.2

Byzanz im 6./7. Jahrhundert

Im 6. Jahrhundert konnten unter Kaiser Justinian einige weströmische Provinzen in Westeuropa, darunter Italien, zurückgewonnen werden. Da Konstantinopel aber neben den Vandalen und Goten im Westen auch vom Sassanidenreich im Osten bedroht wurde, mussten diese Eroberungen nach kurzer Zeit wieder aufgegeben werden. Auch der Ausbruch der Justinianischen Pest hatte dazu beigetragen. Seit 580 besiedelten Slawen den Balkanraum, während die persischen Sassaniden vom Osten in das Reich eindrangen. Diese militärischen Konflikte führten zu so großen Problemen, dass der ganze Südosten, darunter Ägypten, Syrien und Palästina 642 geräumt werden musste. In den nächsten Jahrzehnten ging auch Nordafrika verloren. Um 700 beschränkte sich das Reich nur noch auf Kleinasien und Teile Griechenlands und Italiens. Die römischen Provinzen wurden nun als Militärdistrikte in Themen umgewandelt.3

Konflikte mit dem lateinischen Westen

Seitdem sich Karl der Große im Fränkischen Reich 800 vom Papst zum neuen Kaiser erheben ließ und damit die Fortführung des Römischen Reiches beanspruchte, kam es mit dem Byzantinischen Reich zu immer größeren Differenzen. Beide Reiche stellten sich in die Tradition des Römischen Reiches. In Europa entstand aus einem Teil des Fränkischen Reichs später das sogenannte Heilige Römische Reich. Theologische Differenzen führten durch das Morgenländische Schisma 1054 zur allmählichen Spaltung der römisch-katholischen und griechisch-orthodoxen Kirche.4

Makedonische Dynastie

Unter den sogenannten makedonischen Kaisern konnte sich Byzanz wieder stabilisieren und erlebte im 10. und 11. Jahrhundert seinen Höhepunkt. Durch die Heirat der Schwester von Kaiser Basileios II. mit dem ruthenischen Großfürsten Wladimir I. 987 konnte sich der orthodoxe Glaube über Osteuropa ausbreiten. Neben den militärischen Erfolgen im Osten drangen in Süditalien die Normannen ein. Gleichzeitig wurde Byzanz von den Seldschuken bedroht, sodass 1071 ein Großteil Kleinasiens aufgegeben werden musste.

Lateinisches Kaiserreich

Die im 11. Jahrhundert einsetzenden Kreuzzüge richteten sich zunächst gegen die expandierenden Seldschuken. Sie hatten zudem die Befreiung des „Heiligen Landes“ zum Ziel. Im Vierten Kreuzzug wurde Byzanz allerdings selbst Zielscheibe von einem lateinischen Kreuzfahrerheer. Aus wirtschaftlichen Gründen plünderten venezianische Ritter Konstantinopel, sodass die Konflikte zwischen dem lateinischen Westen und griechischen Osten immer größer wurden. Dies führte 1204 zur Gründung des Lateinischen Kaiserreichs. Obwohl Konstantinopel 1261 zurückerobert werden konnte, blieb es durch diese Umstände bis zu seinem Untergang 1453 dauerhaft geschwächt. Hier geht es zum ganzen Artikel über das Lateinische Kaiserreich.

Eroberung Konstantinopels 1453

Im 14. Jahrhundert expandierten die Osmanen ins byzantinische Thrakien. Große Verluste auf dem Balkangebiet führten dazu, dass Byzanz auf die Größe eines Stadtsstaates geschrumpft war. In diesem Zusammenhang bat Byzanz den Westen trotz theologischer Differenzen auf dem Konzil von Ferrara und Florenz um militärische Unterstützung. Dafür hätte es sogar der Kirchenunion zugestimmt, was die byzantinische Bevölkerung aber ablehnte. Nach langen Belagerungsversuchen wurde Konstantinopel schließlich am 29. Mai 1453 vom osmanischen Sultan Mehmed II. erobert. Nach dem Untergang von Byzanz gelangten Gelehrte und antike Schriften nach Westen und begünstigten damit die Ausbreitung der Renaissance, mit der auch die Epoche der Frühen Neuzeit begann. Das orthodoxe Christentum etablierte sich in Osteuropa zur bestimmenden Religion. In Russland entstand die Vorstellung eines Dritten Roms.5






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