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Quellenverweise

Versailler Vertrag

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Im November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Das Deutsche Reich kapitulierte und erlebte infolge der Novemberrevolution einen politischen Umbruch. Die neue Weimarer Republik stand bereits zu Beginn vor großen Herausforderungen. Durch den Versailler Vertrag wurde Deutschland politisch, militärisch und wirtschaftlich geschwächt. Artikel 231 schrieb vor, dass Deutschland die alleinige Schuld am Kriegsausbruch trage. Gebietsabtretungen, Inflation und politischer Terror waren die Folge.

Pariser Friedenskonferenz

Nach dem Waffenstillstand von Compiégne war der Weltkrieg zugunsten der Triple Entente entschieden. Im Spiegelsaal von Versailles verhandelten die Delegierten der Siegermächte vom 18. bis 21. Januar 1919 über eine Nachkriegsordnung. Zum Ort der Friedenskonferenz wurde auf Initiative Frankreichs Versailles gewählt. Dort hatten deutsche Offiziere und Fürsten nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg am 18. Januar 1871 das Deutsche Reich gegründet. Genau 48 Jahre später wollten sich die Franzosen auf diese Weise revanchieren. Deutsche Vertreter durften an den Friedensverhandlungen nicht teilnehmen. Der erste Versuch eines ausgeglichenen Friedensvertrags wurde von US-Präsident Woodrow Wilson in seinem 14-Punkte-Programm vorgelegt. Aus diesem wurden in Versailles aber nur wenige Punkte übernommen.1

Beschlüsse

In Artikel 231 musste Deutschland zustimmen, die alleinige Schuld am Kriegsausbruch zu tragen. Dies war die Grundlage für die verpflichtende Leistung von Reparationszahlungen an die Siegermächte. Das Reichsgebiet wurde darüber hinaus deutlich verkleinert. Westpreußen, Posen und Teile Schlesiens und Ostpreußens mussten an Polen abgetreten werden. Das Reichsland Elsaß-Lothringen fiel an Frankreich. Das Saargebiet blieb bis 1935 dem Völkerbund unterstellt. Außerdem wurde das östliche Rheinufer zur entmilitarisierten Zone erklärt, um Sicherheit vor einem möglichen Angriff auf Frankreich zu gewährleisten. Neben der Abtretung von Kolonien mussten das deutsche Heer auf 100.000 Mann reduziert und die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft werden. Deutschland blieb außenpolitisch isoliert und durfte dem Völkerbund erst 1926 beitreten. Der Vertragsentwurf wurde der deutsche Delegation am 7. Mai 1919 mit einer ultimativen Fest vorgelegt. Da die Siegermächte mit militärischen Mitteln drohten, unterschrieben Außenminister Müller und Verkehrsminister Bell am 28. Juni 1919 den Vertrag.2

Folgen

Der Versailler Vertrag löste in Deutschland landesweite Empörung aus. Man sprach vom „Schanddiktat“ oder „Unfrieden von Versailles“. Durch die großen Gebietsabtretungen und hohen Reparationszahlungen wurde die deutsche Wirtschaft deutlich geschwächt. Daher werden die Anfangsjahre der Weimarer Republik 1919-1923 auch als „Krisenjahre“ bezeichnet. Aufgrund der Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen kam es zu links– und rechtsextremen Putschversuchen. Ehemalige Vertreter der OHL verbreiteten die Dolchstoßlegende und stellten die Demokratie damit vor schwierigen Herausforderungen [Quelle]. Die Unsummen an Reparationszahlungen machten die Regierung 1923 zahlungsunfähig, sodass es zur Ruhrbesetzung und Inflation kam. Langfristig schuf der Versailler Vertrag wegen seiner ungerechten Friedensbestimmungen den Nährboden für den Aufstieg des Nationalsozialismus.3

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