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Quellenverweise

Kapp-Lüttwitz-Putsch

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Zu den Krisenjahren der 1919 gegründeten Weimarer Republik gehört unter anderem der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Nachdem die deutsche Regierung den Bestimmungen des Versailler Vertrags unter Zwang zugestimmt hatte, musste die Reichswehr auf 100 000 Mann reduziert werden. Offiziere, Soldaten und Freikorps wollten ihre Entlassung nicht hinnehmen und entschieden sich daher im März 1920 zu einem Putschversuch. Die Führung übernahmen General Lüttwitz und Generallandschaftsdirektor Kapp.

Versailler Vertrag

Im Juni 1919 musste die deutsche Reichsregierung dem „Friedensdiktat“ von Versailles zustimmen. Neben Gebietsabtretungen und hohen Reparationszahlungen sollte auch die Reichswehr auf 100 000 Mann reduziert werden. Dies hatte einen starken Personalabbau zur Folge, da die Reichswehr knapp 400 000 Mann umfasste. Als Reichswehrminister Gustav Noske auf Befehl Friedrich Eberts am 29. Februar 1920 die Auflösung der Marinebrigade Ehrhardt bestimmte, kam es zum offenen Widerstand. Die entlassenen Soldaten schlossen sich mit der Nationalen Vereinigung, die von Wolfgang Kapp geleitet wurde, zusammen und versuchten die Regierung zu stürzen. Auch hohe Politiker der DNVP und DVP beteiligten sich an dem Putschversuch.1

Kapp-Lüttwitz-Putsch

Am 10. März 1920 versuchte Lüttwitz Reichspräsident Ebert zur Rücknahme des Auflösungsbefehls der Marinebrigade zu bewegen. Wegen seines scharfen Umgangs mit den Reichsbehörden wurde ihm daraufhin eine Entlassung nahegelegt. Lüttwitz verbündete sich anschließend mit der Brigade Ehrhardt und marschierte am 13. März in Berlin ein. Da die Reichswehr den Befehl zur Verteidigung des Regierungsviertels nicht befolgte, entschloss sich die Reichskanzlei zur Flucht aus Berlin. Die Putschisten übernahmen provisorisch die Regierung und bestimmten Kapp zum Reichskanzler. Infolgedessen riefen sozialdemokratische Regierungsmitglieder zu einem landesweiten Generalstreik auf. Dieser legte die öffentliche Versorgung lahm und nahm den Putschisten damit die Möglichkeit, ihre Macht zu etablierten. Des Weiteren verweigerte ihnen die Berliner Ministerialverwaltung ihre Kooperation. Damit war der Putschversuch am 17. März gescheitert.2

Folgen

Der Kapp-Lüttwitz-Putsch zeigte einmal mehr die breite Unzufriedenheit mit dem politischen System der Weimarer Republik. In der deutschen Bevölkerung gab es große Sympathien für die dem Kaiserreich zugeneigten völkischen Gruppierungen. Der Generalstreik hatte in Sachsen, Thüringen und im Ruhrgebiet Ausmaße einer „proletarischen Revolution“ zur Folge. Dies konnte jedoch mit Einsatz von Freikorps verhindert werden. Die Weimarer Koalition verlor auf den Reichstagswahlen am 6. Juni 1920 ihre absolute Mehrheit. Im November 1923 kam es mit dem Hitler-Ludendorff-Putsch zu einem weiteren Umsturzversuch gegen die Republik.3

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