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Quellenverweise

Hitler-Ludendorff-Putsch

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Im November 1923 wurde die Weimarer Republik von einem erneuten Umsturzversuch erschüttert. In Bayern planten NSDAP-Parteiführer Adolf Hitler und General Erich Ludendorff den Sturz der Regierung und einen anschließenden Marsch nach Berlin. Nach Vorbild Benitos Mussolinis sollte auf diese Weise die Reichsregierung abgesetzt werden. Nachdem dieser Putsch scheiterte, wurde die NSDAP verboten und Hitler mit einer Haftstrafe verurteilt.

Ursachen

In Bayern waren die Voraussetzungen für einen Umsturzversuch im November 1923 äußerst günstig. Dort hatte sich ein Zentrum von nationalistischen und rechtsradikalen Kreisen gebildet. Als Reichskanzler Gustav Stresemann im September 1923 den Widerstand gegen die Ruhrbesetzung aufgab, kam es in Bayern zu einem politischen Umbruch. Die bayerische Regierung sah diesen Entschluss als „Verrat“ an und installierte die sogenannte „Ordnungszelle„. Gustav von Kahr wurde zum neuen Generalstaatskommissar ernannt. Gemeinsam mit Otto von Lossow und Hans von Seißer sollte er von Bayern aus eine autoritäre Politik gegen die Reichsregierung verbreiten. NSDAP-Parteiführer Hitler nutzte eine Versammlung dieser Politiker am Abend des 8. November 1923 im Bürgerbräukeller für seinen Putschversuch.1

Hitler-Ludendorff-Putsch

Im Vorfeld der Versammlung im Bürgerbräukeller hatte Hitler das Gebäude mit bewaffneten Kampfeinheiten der SA umstellt. Er unterbrach die Gespräche mit einem Pistolenschuss und versuchte die Politiker für seinen geplanten Putsch zu bewegen. Er verkündete die „nationale Revolution“ und erklärte die Berliner Reichsregierung für abgesetzt. Neben Kahr, Lossow und Seißer bat er auch General Erich Ludendorff um Anteilnahme. Da sich aber ein Teil der erpressten Politiker noch am selben Abend von Hitlers Plänen distanzierten, war der Putsch praktisch vorläufig gescheitert. Trotzdem marschierten die Putschisten unter Führung Hitlers und Ludendorffs am folgenden Tag vom Bürgerbräukeller zum Marienplatz. Der Marsch wurde wenig später von der Bayerischen Landespolizei getoppt. Diese nahm die Putschisten daraufhin in Gewahrsam.2

Folgen

Im Frühjahr 1924 musste sich Hitler wegen einer Hochverratsanklage vor dem Münchener Volksgericht verantworten. Im berühmten „Hitler-Prozess“ wendete er seine rhetorischen Fähigkeiten an und überzeugte das Landgericht, dass die „Novemberverbrecher“ zu den eigentlichen „Vaterlandsverrätern“ zählen würden. Mit einer Haftstrafe von fünf Jahren und der Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung nach sechs Monaten fiel sein Urteil demzufolge sehr milde aus. General Ludendorff wurde aufgrund seiner Verdienste im Weltkrieg freigesprochen. Da die NSDAP infolge des Putschversuchs verboten wurde, änderte Hitler während der Haftzeit seine Strategie. Er schrieb sein politisches Buch „Mein Kampf“ und versuchte die NSDAP in den folgenden Jahren auf legitimen Weg – durch Reichstagswahlen – an die Macht zu bringen. In der Zeit des „Dritten Reiches“ entwickelte sich der 9. November zum Gedenktag für die Opfer des Hitler-Putsches.3

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