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Quellenverweise

Dawes-Plan

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Durch die Niederlage im Ersten Weltkrieg und die im Versailler Vertrag festgeschriebenen Reparationszahlungen kam es in der Weimarer Republik 1923 zu einer Inflation. Mit einer Währungsreform wurde im November 1923 die Rentenmark als neues Zahlungsmittel eingeführt. Um die Zahlung der Reparationen an die Siegermächte sicherzustellen, wurde 1924 der Dawes-Plan verabschiedet. Damit konnte sich die deutsche Wirtschaft erholen, geriet aber zunehmend in Abhängigkeit von US-amerikanischen Banken.

Inflation 1923

Im Jahr 1923 konnte die deutsche Regierung die hohen Reparationen nicht mehr zahlen. Daraufhin besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet, um Rohstoffe als Sachleistungen sicherzustellen [Ruhrbesetzung]. Es kam anschließend zum Ruhrkampf, der die wirtschaftliche Lage nochmals verschärfte und im selben Jahr eine Hyperinflation auslöste. Eine Währungsreform mit der Einführung der Rentenmark sorgte im November 1923 für einen Neuanfang. Des Weiteren beendete Reichskanzler Gustav Stresemann den Ruhrkampf und entschloss sich zu neuen Verhandlungen mit den Siegermächten. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, um einen neuen Kurs bezüglich der Reparationszahlungen einzuschlagen.1

Dawes-Plan

1924 wurde von der Reparationskommission eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz Charles Dawes einberufen. Der am 16. August 1924 auf der Londoner Konferenz verabschiedete Dawes-Plan sollte die Reparationszahlungen abhängig von der deutschen Wirtschaftskraft machen. Demzufolge sollte Deutschland jährlich ca. eine Milliarde und ab 1928 2,5 Milliarden Reichsmark zahlen. Die deutsche Reichsbank erhielt dadurch vor allem US-amerikanische Kredite, geriet allerdings unter internationaler Kontrolle. Dieser Plan war auf Betreiben Gustav Stresemanns und der USA entstanden. Die US-Amerikaner wollten mit ihren Finanzspritzen sicherstellen, dass Deutschland die Kriegsentschädigungen an Frankreich und Großbritannien zahlen könne, damit diese wiederum ihre Kriegskredite bei den USA zurückzahlen konnten.2

Folgen

Durch den Dawes-Plan waren die Krisenjahre der Weimarer Republik 1924 beendet. Es kam zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der bis 1929 anhielt. Gleichzeitig waren deutsche Banken aber in starker Abhängigkeit US-amerikanischer Anleihen geraten. Dies wurde bei der Weltwirtschaftskrise 1929 offensichtlich, als die US-amerikanischen Gläubiger ihre Kredite aus dem Ausland zurückzogen und damit eine Bankenkrise auslösten. Der Dawes-Plan konnte die politische und wirtschaftliche Lage Deutschland zwischen 1924 und 1929 zwar stabilisieren. Anschließend gewannen links- und rechtsextreme Gruppierungen aber wieder an Aufschwung und leiteten das Ende der Weimarer Republik ein.3

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