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Quellenverweise

Mannheimer Petition (Märzforderungen)

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Die sogenannten „Märzforderungen“ der Mannheimer Petition im Februar 1848 wurden zum Grundsatzprogramm der Revolution 1848/49. In der Mannheimer Volksversammlung hatten Liberale und Demokraten gemeinsame Ziele vereinbart, die aus Deutschland einen Nationalstaat mit Freiheits- und Grundrechten machen sollten.

Vorgeschichte

Seit den Beschlüssen auf dem Wiener Kongress und der Gründung der Heiligen Allianz 1815 wurden die liberalen Forderungen des deutschen Bürgertums durch die Restauration unterdrückt. Politische Schriften wurden einer strengen Pressezensur unterzogen. Junge Studenten und Professoren schlossen sich im Vormärz zu Burschenschaften zusammen und bekundeten auf dem Wartburgfest und Hambacher Fest ihre freiheitlichen Forderungen. Im Frühjahr 1848 spitzte sich die Lage zu. Nachdem in Frankreich König Louis-Philippe durch die bürgerlich-liberale Februarrevolution gestürzt wurde, breitete sich die Revolution schließlich auf Südwestdeutschland und später im ganzen Deutschen Bund aus.1

Märzforderungen

Infolge der Februarrevolution in Frankreich mobilisierten sich die Demokraten und Liberalen der Mannheimer Volksversammlung in Baden. Baden hatte zu dieser Zeit im Vergleich zu den anderen deutschen Staaten eine fortschrittlich liberale Verfassung. Die Volksversammlung veröffentlichte am 27. Februar 1848 die an die badische Regierung gerichtete Mannheimer Petition. Darin forderten sie Pressefreiheit, die Herstellung eines deutschen Parlaments, Schwurgerichte und Volksbewaffnung. Infolgedessen entwickelten sich daraus im gesamten Deutschen Bund die „Märzforderungen“. Darüber hinaus sprachen sich die Revolutionäre für die Gründung eines deutschen Nationalstaates mit liberaler Verfassung aus.2

Folgen

Die in der Mannheimer Petition enthaltenen „Märzforderungen“ verbreiteten sich blitzschnell in allen anderen Staaten des Deutschen Bundes. Die Revolutionäre forderten schließlich auch die Aufhebung der Karlsbader Beschlüsse, Straferlässe für politische Gefangene und das Vereins- und Versammlungsrecht. Wenig später wurde die Herrschaft der Fürsten durch die Märzrevolution gebrochen. Infolgedessen wurden in allen Einzelstaaten liberale Märzminister eingesetzt, die die Forderungen der Mannheimer Petition in die politische Praxis umsetzen sollten. Demzufolge tagte am 18. Mai 1848 in der Frankfurter Nationalversammlung zum ersten Mal ein demokratisch gewähltes deutsches Parlament.3






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