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Quellenverweise

Norddeutscher Bund

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Nach dem Deutschen Krieg 1866 hatte Preußen gegen Österreich gesiegt und die Vorherrschaft über den Deutschen Bund für sich entschieden. Folglich wurden sämtliche nördliche Staaten von Preußen annektiert und zum Norddeutschen Bund zusammengeschlossen. Damit endete der seit 1815 bestehende Deutsche Bund. Der Norddeutsche Bund diente zunächst als Militärbündnis und entwickelte sich später zu einem föderalen Bundesstaat unter preußischer Führung. Daher gilt er als Vorstufe des 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreichs.

Deutscher Krieg

1866 war ein entscheidender Krieg zwischen Preußen und Österreich um die Vormacht über Deutschland ausgebrochen [Deutscher Dualismus]. Nach Preußens Sieg in der Schlacht bei Königgrätz ging Österreichs Einfluss über die deutschen Gebiete verloren. Preußen annektierte zahlreiche Staaten nördlich des Mains und schloss mit diesen ein Militärbündnis. Ein Jahr später wurde für diesen Zusammenschluss eine Verfassung verabschiedet, sodass sich der Norddeutsche Bund zu einem föderalen Bundesstaat entwickelte. Dadurch erfolgte zugleich die Auflösung des Deutschen Bundes.1

Aufbau

Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck entwarf für die Mitgliedsstaaten eine gemeinsame Verfassung, der im Februar 1867 zugestimmt wurde. Kurz darauf tagte zum ersten Mal der Reichstag. Nachdem dieser die „Norddeutsche Bundesverfassung“ akzeptiert hatte, trat sie am 1. Juli 1867 offiziell in Kraft. Deren Gesetze war fast identisch mit der 1871 für das Kaiserreich verabschiedeten Verfassung. Die zwei größten Institutionen waren der vom Volk gewählte Reichstag und der Bundesrat. Das Bundesoberhaupt übte der preußische König Wilhelm I. aus. Otto von Bismarck leitete das Amt des Bundeskanzlers. Die Wahlen zum Reichstag wurden nach allgemeinem und gleichem Männerwahlrecht durchgeführt.2

Weg zur Reichsgründung

Die Gründung des Norddeutschen Bundes bereitete auf mehreren Ebenen die Einigung Gesamtdeutschlands vor. Innenpolitisch wurden vor allem der Handel, die Infrastruktur sowie das Rechtssystem modernisiert und vereinheitlicht. Der Norddeutsche Bund sah aber auch die Aufnahme der süddeutschen Staaten wie Bayern, Baden und Württemberg vor. Diese Möglichkeit ergab sich mit dem Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870, der letzten Etappe der Einigungskriege. Die süddeutschen Staaten arbeiteten seit der Gründung des Deutschen Zollvereins 1834 bereits wirtschaftlich mit Preußen zusammen und schlossen ein geheimes Schutz- und Trutzbündnis. Nach dem Sieg über Frankreich ermöglichten die Novemberverträge 1870 den Beitritt der süddeutschen Staaten zum Norddeutschen Bund. Am 18. Januar 1871 erfolgte schließlich mit der Reichsgründung die deutsche Einigung. Das Deutsche Kaiserreich nahm größtenteils die Verfassung des Norddeutschen Bundes an.3

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1866 - 1870


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