Lexikon
  • General Napoleon Bonaparte war zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Wegbereiter für eine territoriale Neuordnung DeutschlandsGeneral Napoleon Bonaparte war zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Wegbereiter für eine territoriale Neuordnung Deutschlands
  • Der Reichsdeputationshauptschluss 1803 legte die vielen Territorien zu größeren staatlichen Einheiten zusammen (Mediatisierung) und löste geistliche Herrschaften auf (Säkularisierung)Der Reichsdeputationshauptschluss 1803 legte die vielen Territorien zu größeren staatlichen Einheiten zusammen (Mediatisierung) und löste geistliche Herrschaften auf (Säkularisierung)
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  • Die linksrheinischen Gebiete (lila) wurden im Frieden von Lunèville 1801 an Frankreich abgetreten. Die betroffenen Fürsten wurden daraufhin mit rechtsrheinischen Territorien entschädigt, wodurch es zu einer Die linksrheinischen Gebiete (lila) wurden im Frieden von Lunèville 1801 an Frankreich abgetreten. Die betroffenen Fürsten wurden daraufhin mit rechtsrheinischen Territorien entschädigt, wodurch es zu einer "Flurbereinigung" kam

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Quellenverweise

Säkularisierung & Mediatisierung

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Säkularisierung und Mediatisierung gehören zu den Schlüsselbegriffen, die Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts prägten. Die Napoleonischen Kriege hatten Deutschlands politische und geografische Landkarte umgewälzt. Die über 300 Territorien des Heiligen Römischen Reiches wurden zu größeren staatlichen Einheiten zusammengelegt. Außerdem ging der kirchliche Einfluss in der Politik verloren.

Reichsdeputationshautpschluss

Frankreich befand sich – bedingt durch die Französische Revolution – seit 1792 im Krieg gegen mehrere europäische Großmächte [Koalitionskriege]. Insbesondere durch General Napoleon Bonaparte eroberte die französische Armee große Teile Europas. Auch das heutige Deutschland, das zu dieser Zeit den Namen Heiliges Römisches Reich trug, wurde besetzt. Im Frieden von Luneville wurde an Frankreich das linke Rheinufer abgetreten. Der Verlust der linksrheinischen Gebiete erforderte neue Reformen: im Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde festgelegt, was mit den verloren gegangenen Territorien geschehen solle.1

Mediatisierung

Ein zentraler Punkt des Reichsdeputationshauptschluss war die Mediatisierung. Dies bedeutete, dass die Fürsten der abgetretenen linksrheinischen Territorien mit rechtsrheinischen Territorien „entschädigt“ wurden. Dies geschah auf Kosten der geistlichen Staaten, die durch diese Regelung ihre Existenz verloren. Auch Reichsstädte und die kleinen reichsunmittelbaren Herrschaften waren von dieser „Flurbereinigung“ betroffen. Sie wurden jeweils in ein größeres Territorium integriert, die somit zu größeren staatlichen Einheiten zusammengelegt wurden. Von der Mediatisierung konnten vor allem Preußen, Bayern, Württemberg und Baden profitieren. Dies war in Napoleons Interesse, da er mit diesen vergrößerten Staaten ein „Bollwerk“ gegen den Feind Österreich aufbauen wollte.2

Säkularisierung

Neben der Mediatisierung spielte die Säkularisierung eine wichtige Rolle: sie entzog den geistlichen Staaten ihre Herrschaftsrechte und verleibte sie in andere größere Territorien ein. Dies führte dazu, dass der kirchliche Einfluss in der Politik immer mehr zurückging. Kirche und Staat wurden zunehmend getrennt. Der kirchliche Besitz von Bistümern und Abteien wurde enteignet und einem anderen Territorium zugesprochen.3

Folgen

Die Säkularisierung und Mediatisierung hatten weitreichende Folgen. Die „Kleinstaaterei“ in Deutschland war vorbei – die Zahl der über 300 Klein- und Mittelstaaten schrumpfte auf ein Minimum. Außerdem wurde das Heilige Römische Reich 1806 aufgelöst, da Napoleon einige deutsche Staaten im Rheinbund zusammenschloss und diese von sich abhängig machte. Damit schaffte er eine „Pufferzone“, mit der er seine Vorherrschaft in Europa absichern konnte. Gleichzeitig wurden die Rheinbundstaaten umfassend modernisiert [Code civil]. Die territoriale Neuordnung war auch nach den Befreiungskriegen und dem Wiener Kongress 1815 nicht mehr rückgängig zu machen. Sie markierte den Beginn einer neuen Epoche.






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