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Quellenverweise

Marshallplan

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Ziel des US-amerikanischen Marshallplans in der Nachkriegszeit war es, das vom Zweiten Weltkrieg zerstörte Europa politisch und wirtschaftlich zu stabilisieren. Die USA verfolgten dabei humanitäre Hilfe für die hungernden Bevölkerungen, neue Absatzmärkte und die Eindämmung des sowjetischen Kommunismus über Europa. Der Marshallplan versorgte Deutschland und Europa von 1948 bis 1952 mit Krediten, Rohstoffen, Waren und Lebensmitteln.

Ursachen

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs lag Europa politisch und wirtschaftlich am Boden. Deutschland wurde von den Siegermächten in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Auf der Potsdamer Konferenz 1945 einigten sich die Alliierten zunächst auf die 5 Ds, damit von Deutschland keine Kriegsgefahr mehr ausgehen sollte. Insbesondere die Westmächte USA und Großbritannien erkannten jedoch schnell, dass die Re-Education der deutschen Bevölkerung unter miserablen Lebensbedingungen schwer umsetzbar war. Dies zeigte der Nahrungsmangel des Winters 1946/47. Darüber hinaus wollten vor allem die USA einen zunehmenden Einfluss der Sowjetunion über Europa mit der Containment-Politik unbedingt verhindern. Zwischen beiden Supermächten gab es aufgrund ideologischer Differenzen zunehmend Konflikte, die später zum Kalten Krieg führten.1

Marshallplan

Mit der Verkündung der Truman-Doktrin 1947 wurde offensichtlich, dass sich die USA und Sowjetunion in ihren politischen Zielen immer mehr entfremdeten. Auf die politische Eindämmung des Kommunismus folgte daraufhin der Marshallplan als Wiederaufbauprogramm, das die westeuropäischen Staaten von der Sowjetunion fernhalten sollte. Der Marshallplan wurde ab Mai 1947 vom US-amerikanischen Außenministerium, darunter George C. Marshall und George F. Kennan, entwickelt. Für die Umsetzung der Finanzhilfen gründeten auf Initiative der USA im April 1948 16 europäische Staaten den OEEC. Die USA hatten den Marshallplan auch der Sowjetunion und deren osteuropäischen Satellitenstaaten angeboten. Die Sowjetunion lehnte ihn jedoch erwartungsgemäß ab, da er mit ihrer Planwirtschaft und kommunistischen Ideologie nicht vereinbar war. Außerdem wollten sie nicht in Abhängigkeit der USA geraten.2

Folgen

Die 16 teilnehmenden europäischen westeuropäischen Staaten erhielten von 1948 bis 1952 knapp 12,4 Milliarden US-Dollar. Westdeutschland wurden davon 1,4 Milliarden zugesprochen. Für die USA hatte der Marshallplan neben der Eindämmung des Kommunismus auch eine große Bedeutung für die eigene Wirtschaft. Durch die Stabilisierung Europas gewannen die USA neue Absatzmärkte und verstärkten damit ihren Einfluss über Westeuropa. Für Westdeutschland ging der Marshallplan mit der Währungsreform vom 20. Juni 1948 einher. Er schuf die Grundlagen für das „Wirtschaftswunder“ der 1950er Jahre und band die BRD eng an die westliche Staatenwelt [Westintegration]. Hinsichtlich der gesamteuropäischen Politik verstärkte der Marshallplan aber auch die Gegensätze der USA und Sowjetunion, die 1949 zur deutschen Teilung und zum Kalten Krieg führten.3






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