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Frieden von Brest-Litowsk

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Durch den im März 1918 geschlossenen Friedensvertrag von Brest-Litowsk schied Sowjetrussland aus dem Ersten Weltkrieg aus. Im Oktober 1917 hatten die Bolschewiki das russische Staatssystem in der Oktoberrevolution gestürzt und setzten sich für die Beendigung des Weltkriegs ein. Das Deutsche Reich sah dieses Ereignis als willkommenen Anlass, den Russen einen Diktatfrieden aufzuzwingen. Die Bolschewiki nahmen die Gebietsverluste hin, da sie ihre Macht im eigenen Land etablieren wollten.

Erster Weltkrieg

Im Jahr 1917 kam es auf russischer Seite zur entscheidenden Wende im Ersten Weltkrieg. Die Bevölkerung war kriegsmüde und unterstützte die Bolschewiki, die mit ihren Parolen „Friede, Land und Brot“ breite Zustimmung fanden. Mit der Oktoberrevolution stürzten diese den russischen Zar Nikolaus II. und führten ein sozialistisches Staatssystem ein. Da die Bolschewiki ihre Macht im Landesinneren festigen mussten, wollten sie den Weltkrieg so schnell wie möglich beenden. Die Oberste Heeresleitung des Deutschen Reiches nutzte die Ereignisse in Russland, um harte Friedensbedingungen stellen zu können. Dadurch konnte der Krieg an der Ostfront beendet und militärische Kräfte an die Westfront verlegt werden. Die Bolschewiki gingen darauf ein, weil sie ihre Revolution erfolgreich vollenden wollten.1

Frieden von Brest-Litowsk

Bereits im Dezember 1917 war zwischen den Mittelmächten und Rumänien, das mit Russland verbündet war, ein Waffenstillstand geschlossen worden. Im Folgenden wurden nun auch Friedensgespräche mit Russland in Brest-Litowsk aufgenommen. Vertreter der Bolschewiki boten zunächst einen Vorschlag an, dass die besetzten Gebiete schnell geräumt, keine Annexionen stattfinden und auf Kriegsentschädigungen verzichtet werden sollte. Sie wollten die Friedensgespräche in die Länge ziehen, um weltweit Propaganda für ihr Ziel einer sozialistischen Weltrevolution verbreiten zu können. Um die Bolschewiki unter Druck zu setzen, startete das Deutsche Reich im Februar 1917 eine Offensive gegen Russland. Nur wenige Tage später baten die Bolschewiki um einen Frieden. Das Deutsche Reich forderte die vollständige Demobilisierung der russischen Armee sowie die Räumung Estlands, Ukraines, Livlands und Finnlands. Als Ultimatum wurde eine Frist von 48 Stunden gestellt.2

Folgen

Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags am 3. März 1918 musste Russland einige Gebietsverluste in Osteuropa hinnehmen. Estland, Livland und ein Großteil Weißrusslands wurde von deutschen Truppen besetzt. Russland verlor seine Bestimmungsrechte in Polen und Litauen. Ukraine und Finnland erhielten ihre Unabhängigkeit [Quelle]. Die Hoffnung der OHL, durch diesen Friedensvertrag erfolgreich an der Westfront kämpfen zu können, erfüllte sich allerdings nicht. Nach der deutschen Kapitulation im November 1918 wurde der Vertrag von Brest-Litowsk schließlich annulliert. Das Deutsche Reich wurde durch die Novemberrevolution gestürzt und musste im Versailler Vertrag harten Friedensbedingungen zustimmen. In Russland konnten die Bolschewiki ihr sozialistisches Staatssystem durch den Friedensvertrag langfristig festigen. Damit wurden die Grundlagen für den Aufstieg Sowjetrusslands zur Supermacht gelegt.3

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