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Quellenverweise

Volksgemeinschaft

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Zu den wichtigsten Propagandamitteln der Nationalsozialisten gehörte das Ideal der „Volksgemeinschaft“. Damit sollte die gesellschaftliche Zerrissenheit mit ihren Klassen- und Standesunterschieden überwunden werden. Die Deutschen wurden durch die nationalsozialistische Gleichschaltung zu einer einheitlichen Gemeinschaft geschmiedet. Ausgeschlossen davon waren Menschen, die dem Ideal der Nazis nicht entsprachen. Dazu gehörten Juden, Homosexuelle, Behinderte, Asoziale und andere ethnische Minderheiten.

Vorgeschichte

In der Weimarer Republik war die deutsche Gesellschaft aufgrund politischer und sozialer Gegensätze stark gespalten. Seit der Niederlage im Weltkrieg und dem Versailler Vertrag war das Land überschuldet und von Gewalt überschattet. Die NSDAP propagierte für eine einheitliche deutsche Volksgemeinschaft, die alle gesellschaftlichen Unterschiede überwinden sollte. Indem sie Erinnerungen an den Zusammenhalt an der Front im Ersten Weltkrieg weckte, sollte die deutsche Bevölkerung wieder zu gemeinsamer Stärke zurückfinden. Angesichts der ungeliebten Weimarer Republik fand dieses Ideal Zustimmung in einigen Gesellschaftskreisen.1

Volksgemeinschaft

Die nationalsozialistische Weltanschauung war neben der Volksgemeinschaft auch von einer Rassenhygiene geprägt. Sie lehrte die Vorstellung von einer deutschen arischen Rasse, die von „Schädlingen“ wie Juden, Homosexuellen und Behinderten gesäubert werden müsste. Auf diese Weise wurden solche Menschen von der Volksgemeinschaft ausgeschlossen, die dem Ideal des Nationalsozialismus widersprachen und als „minderwertig“ galten. Merkmale der NS-Volksgemeinschaft waren die einheitliche Unterordnung der Gesellschaft unter dem Führer, die Errichtung nationalsozialistischer Organisationen und der Ausschluss von sogenannten „Volksschädlingen“. Nach dem Motto „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ wurden somit alle individuellen Fähigkeiten der Menschen unter die NS-Diktatur gestellt.2

Folgen

Infolge der Gleichschaltung wurden alle staatlichen Institutionen nach den Richtlinien des Nationalsozialismus umgestaltet. Kinder und Jugendliche wurden schon früh durch den verpflichtenden Eintritt in die Hitler-Jugend nach dem Ideal der Volksgemeinschaft erzogen. Durch die Zerschlagung der Gewerkschaften wurden diese durch die Deutsche Arbeitsfront ersetzt, damit die Arbeiter besser in die Volksgemeinschaft zu integrieren waren. Presse, Film und Rundfunk wurden ebenfalls dem Prinzip der Nationalsozialisten unterstellt. Das Ideal der Rassenhygiene legitimierte die spätere Enteignung, Verfolgung und Deportation von Juden, Homosexuellen und anderen ethnischen Minderheiten.3

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