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Quellenverweise

„Mauerfall“

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Mit dem „Mauerfall“ am 9. November 1989 begann der Anfang vom Ende der deutschen Teilung. Als die DDR-Führung auf einer abendlichen Pressekonferenz ein neues Reisegesetz veröffentlichte, kam es zu einer Massenversammlung an der Berliner Mauer. Die Öffnung der Grenze wurde grundlegend für die deutsche Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990.

Ursachen

1989 hatte sich in der Bevölkerung der DDR eine breite Massenbewegung formiert, die auf den sogenannten Montagsdemonstrationen Reformen forderte. Gründe dafür waren die von Sowjetunions Staatschef Gorbatschow eingeführte Perestroika und Glasnost. Obwohl sich 1989 auch Polen und Ungarn von ihrem sozialistischen Staatssystem verabschiedet hatten, hielt SED-Generalsekretär Erich Honecker fest am bestehenden System fest. Die Berliner Mauer hielt die DDR-Bürger weiterhin von Westberlin ab. Die Anzahl der „Republikflüchtlinge“ stieg in diesem Jahr rasant an, da die Grenze zwischen Ungarn und Österreich geöffnet worden war. Viele DDR-Bürger reisten demzufolge über die Tschechoslowakei und Polen in die Bundesrepublik aus.1

Mauerfall

Aufgrund der zunehmenden Fluchtwelle entschied sich das Politbüro des SED-Zentralkomitees am 7. November 1989 dafür, ein neues Gesetz für die ständige Ausreise vorzubereiten. Am 9. November übergab SED-Generalsekretär Egon Krenz eine handschriftliche Ausfertigung an Günter Schabowski. Am selben Abend fand eine internationale Pressekonferenz statt, auf der Schaboswki das neue Reisegesetz verkündete. Diese Nachricht verbreitete sich durch Radio und Fernsehen innerhalb kürzester Zeit in der Bevölkerung, sodass es an der Berliner Mauer zu einer Massenkundgebung kam. Um die Situation nicht eskalieren zu lassen, wurde die Grenzübergangsstelle schließlich geöffnet. Alle weiteren Grenzübergänge in Berlin wurden bis Mitternacht ebenfalls geöffnet. Diese Ereignisse werden als „Mauerfall“ bezeichnet.2

Folgen

Die Öffnung der Grenze entwickelte sich zur Voraussetzung für die deutsch-deutsche Wiedervereinigung. Die Grenzkontrollen wurden in den folgenden Monaten zunehmend lockerer durchgeführt. Als am 1. Juli 1990 die Währungsunion als Teil des 10-Punkte-Programms inkraft trat, stellte die DDR die Grenzüberwachung komplett ein. Der „Mauerfall“ gilt wegen seiner symbolischen Bedeutung als Endpunkt der deutschen Teilung und Kalten Kriegs. Nach der Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags und Einigungsvertrags wurde schließlich am 3. Oktober 1990 der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik ermöglicht.3






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