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Quellenverweise

Bau der Berliner Mauer

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Der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 riegelte Ostberlin von allen Übergangswegen zu Westberlin ab. Zu den Gründen des Mauerbaus gehörte die zunehmende Fluchtwelle von DDR-Facharbeitern zur Bundesrepublik, die den wirtschaftlichen Aufbau belastet hatten. Die Berliner Mauer blieb bis 1989 Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Kriegs.

Gründe

In der Nachkriegszeit wurde Deutschland und Berlin als Sonderfall 1945 von den Alliierten in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Nach der Potsdamer Konferenz kam es zwischen den Westmächten und der Sowjetunion zunehmend zu Unstimmigkeiten bezüglich der Deutschlandpolitik. Die Westmächte schlossen ihre Sektoren 1948 zur Trizone zusammen, führten ohne Absprache mit der Sowjetunion eine Währungsreform durch und bereiteten auf der Londoner Sechsmächtekonferenz die Gründung der BRD vor. Infolgedessen distanzierte sich die Sowjetunion zunehmend vom Westen. Sie reagierte darauf mit der Berlin-Blockade, die zwischen 1948 und 1949 alle Zufahrtswege von West-Berlin nach Westdeutschland abriegelte. Nach der deutschen Teilung in BRD und DDR wurde auch Berlin endgültig in West und Ost geteilt.1

Fluchtwelle

Berlin hatte aufgrund des Viermächte-Status der Alliierten eine besondere Stellung gehabt. Die gemeinsame Politik über die ehemalige Reichshauptstadt scheiterte jedoch, weil es in West- und Ostberlin zur Entwicklung zweier verschiedener Systeme kam. In der DDR wurde 1952 der planmäßige Aufbau des Sozialismus beschlossen. In der BRD und Westberlin waren die Lebensbedingungen aufgrund des Marshallplans und aufkommenden „Wirtschaftswunders“ deutlich besser als in der DDR. Die wirtschaftlichen Unterschiede bewegten daher viele DDR-Bürger, die Flucht nach Westdeutschland zu ergreifen. Symbolisch für die Unzufriedenheit wurde der Volksaufstand am 17. Juni 1953. Der rasante Anstieg von flüchtenden Facharbeitern veranlasste die DDR-Regierung 1961 eine Mauer zu bauen.2

Bau der Berliner Mauer

Am 3. August 1961 berieten Walter Ulbricht und der sowjetische Staatschef Chruschtschow in einem Geheimgespräch über eine Abriegelung Ostberlins von Westberlin. Auf einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961 in Ostberlin hatte Ulbricht die Frage verneint, ob es demnächst zur Abriegelung der Berliner Grenzen kommen werde. In der Nacht vom 12. und 13. August 1961 begannen NVA, Grenzpolizei und Volkspolizei im Auftrag der DDR-Führung mit der Sperrung von Straßen und Gleiswegen nach Westberlin. Sowjetische Soldaten kontrollierten und unterstützten diese Aktion. Der 13. August gilt in der Geschichtsschreibung als Tag des Mauerbaus, jedoch wurden an diesem Tag hauptsächlich Zäune errichtet. Der eigentliche Mauerbau erfolgte in der Folgezeit.3

Folgen

Durch den Mauerbau wurde Westberlin von allen Seiten mit einer Mauer abgeriegelt und lag demzufolge wie eine abgetrennte Insel von der BRD. In der Propaganda der DDR wurde der Mauerbau als Notwendigkeit eines „antifaschistischen Schutzwalls“ bezeichnet. Die Berliner Mauer trennte West- und Ostberlin von 1961 bis zum „Mauerfall“ am 9. November 1989. Durch den Mauerbau konnte der Fluchtwelle von der DDR zur BRD ein Ende gesetzt werden. Flüchtlinge wurden bei rechtswidrigen Grenzübertritten von den DDR-Grenzsoldaten, die über einen Schießbefehl verfügten, getötet. Die Ost/West-Beziehungen konnten sich erst infolge der Entspannungspolitik in den 1970er Jahren verbessern.4






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