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Quellenverweise

Septembermorde

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Die Septembermorde vom 2. bis 6. September 1792 waren ein weiterer Schritt zur Radikalisierung der Französischen Revolution. Nachdem König Ludwig XVI. durch den Tuileriensturm gefangen genommen wurde, war Frankreich nun eine Republik. Unter den Revolutionären entwickelten sich die radikalen Jakobiner zur tonangebenden Partei, die vor Terror und Mord an politischen Gegnern nicht zurückschreckte.

Ursachen

Zwischen 1789 und 1792 nahm die Französische Revolution einen gemäßigten Verlauf: der Dritte Stand erklärte sich im Ballhausschwur zur Nationalversammlung, schaffte das Feudalsystem ab, erklärte die Menschen- und Bürgerrechte, die 1791 in der französischen Verfassung verwirklicht wurden. Frankreich wurde zu einer konstitutionellen Monarchie, von der das Großbürgertum am meisten profitieren konnte. Als sich Frankreich 1792 im Kriegszustand mit Österreich befand, kam es zur Wende: König Ludwig XVI. geriet aufgrund eines Fluchtversuchs und geheimer Kontakte zum Ausland unter Druck. Unterdessen litten viele Städte aufgrund der stark gestiegenen Brotpreise unter akuter Hungersnot. Die Volksaufstände häuften sich. Die radikalen Jakobiner wurden nun zur dominierenden politischen Partei, die die gemäßigte Phase der Revolution beendete. Andere politische Gruppierungen, wie Girondisten und Feuillants, wurden ausgeschaltet.1

Verlauf

Angesichts der unzufriedenen politischen Lage stürmte am 10. August 1792 eine aufgebrachte Menge der Sansculotten den Tuilerienpalast. König Ludwig XVI. flüchtete in die Nationalversammlung und wurde festgenommen. Im September 1792 spitzte sich die Lage weiter zu, als preußische und österreichische Truppen auf französisches Gebiet vorrückten. Herzog Karl Wilhelm Ferdinand veröffentlichte ein Manifest, das den Volkszorn erheblich steigerte. Die Revolutionäre fürchteten um ein baldiges Ende der Revolution und stürmten die Gefängnisse, in denen Revolutionsgegner und unschuldige Gefangene skrupellos ermordet wurden. Auch katholische Priester fielen den Attentaten zum Opfer, da sie den Eid auf die Verfassung verweigert hatten.2

Folgen

Die Septembermorde ebneten den Weg für eine neue Dimension der Gewalt. Die radikalen Jakobiner und Sansculotten, die diese Massaker maßgeblich verantwortet hatten, übernahmen zunehmend die Kontrolle über die Revolution. In den folgenden Monaten schlossen sie die Girondisten als politische Gegner aus und errichteten 1793/94 eine Schreckensherrschaft unter Anführung Robespierres. Frankreich war in dieser Zeit eine Republik, in der Terror, Verfolgung und Mord einen bisher unbekannten Charakter annahmen. König Ludwig XVI. wurde zum Tode verurteilt und am 21. Januar 1793 durch die Guillotine hingerichtet. Es begann die dunkle Epoche der Französischen Revolution.3






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