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Perestroika und Glasnost

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Die zunehmende wirtschaftliche Stagnation des Ostblocks in den 1980er Jahren nahm sich die Sowjetunion zum Anlass, einen politischen Kurswechsel einzuleiten. Da das Wettrüsten mit den USA zu einem erheblichen Haushaltsdefizit beigetragen hatte, leitete der neue sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow seit 1985 eine bedeutende Wende ein. Er legte Pläne zur Abschaffung von Atomwaffen vor und drängte darauf, die stationierten Mittelstreckenraketen abzurüsten, um einen Staatsbankrott zu verhindern.

Perestroika und Glasnost

Die hohen Kriegskosten im Afghanistankrieg und Aufrüstung hatten den Ostblock in eine tiefe Krise geführt. Gorbatschow wollte das veralterte System des Sozialismus reformieren und den Menschen mehr Freiheiten gewähren. Mit Perestroika und Glasnost trug er maßgeblich dazu bei, dass sich immer mehr Völker von der Sowjetunion abwendeten [Quelle]. Er modernisierte die Planwirtschaft, gewährte mehr Freiheitsrechte und schuf mit der Aufhebung der Breschnew-Doktrin eine Voraussetzung für eine Reihe von übergreifenden Revolutionen Ende der 1980er Jahre. Da die Völker nun über ein Selbstbestimmungsrecht verfügten, durften sowjetische Truppen nicht mehr eingreifen, wenn ihr innenpolitisches System gefährdet worden wäre. Dies war Beginn einer großen Protestwelle, die schließlich mit dem „Mauerfall“ am 9. November 1989 auch zur Öffnung der Grenze zwischen BRD und DDR führen sollte1.

INF-Vertrag

US-Präsident Ronald Reagan wollte den Ostblock durch einen Rüstungswettlauf politisch und wirtschaftlich schwächen. Dies gelang ihm schließlich, da sich die Sowjetunion die hohen Militärausgaben nicht mehr leisten konnte. Aus diesem Grund zeigte sich Gorbatschow neben innenpolitischen Reformen dazu bereit, mit den USA eine Einigung über den Abbau von Mittelstreckenraketen zu treffen. Die INF-Verträge begünstigten einen außenpolitischen Wandel und das Ende des Kalten Kriegs, das schließlich zur Öffnung der Grenzen und der deutsch-deutschen Wiedervereinigung beitrug2. Hier geht es zum Artikel über den INF-Vertrag.

Zwei-plus-Vier-Vertrag

Nachdem Ungarn und Polen bereits ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion erklärt hatten, riet Gorbatschow SED-Generalsekretär Erich Honecker zu Reformen in der DDR. Da Honecker das politische System bewahren wollte und selbst innerhalb der SED umstritten war, bahnte sich das Ende der DDR an. Mit der Sowjetunion hatte die DDR-Regierung eine wichtige Stütze verloren, die den Staat nach 1945 stabilisiert und überhaupt erst am Leben erhalten hatte. Nach dem Mauerfall am 9. November 1989 verhandelten BRD und DDR über die deutsch-deutsche Wiedervereinigung. Um diese zu verwirklichen, bedurfte es der Zustimmung Frankreichs, Großbritanniens, USA und der Sowjetunion. Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs einigten sich im Zwei-plus-Vier-Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen darauf, den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland zu gewähren. 1994 verließen schließlich die letzten sowjetischen Truppen das ehemalige Gebiet der DDR3.

Zerfall der Sowjetunion

Die für den Ostblock bestimmten Reformen erreichten 1991 selbst das innenpolitische System der Sowjetunion. Gorbatschows Kurswechsel konnte das Haushaltsdefizit nicht mehr aufhalten und führte letztlich dazu, dass sich die einzelnen Unionsrepubliken von der Sowjetunion losreißen wollten. Die Spannungen führten zum Augustputsch, bei dem ehemalige Funktionäre der KPdSU die angekündigte Unterzeichnung des Unionsvertrag zu verhindern versuchten. Nachdem dieser Plan scheiterte, einigten sich Ende 1991 der neue russische Präsident Jelzin und Vertreter der Unionsrepubliken auf die Auflösung der Sowjetunion. Durch das Ende des Warschauer Pakts wurde der Ost-West-Konflikt beigelegt4.






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