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Geschichte der CDU

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Die Wurzeln der Christlich Demokratischen Union (CDU) liegen in der 1870/1871 gegründeten Zentrumspartei. Deren Parteiprogramm interpretierte der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck als ernste Bedrohung für die Stabilität des Deutschen Kaiserreichs. Er wollte im sogenannten Kulturkampf liberale Parteien auf seine Seite holen, um den Einfluss der Zentrumspartei zurückzudrängen. Erst als Bismarck sich 1878 gegen die Sozialdemokraten verschwor, wurde diese Isolation wieder beigelegt. Im Jahr 1917 verabschiedete das Zentrum gemeinsam mit der SPD eine Friedensresolution, die die Beendigung des Ersten Weltkriegs und eine Parlamentarisierung des Deutschen Reichs forderte1.

Zentrumspartei in der Weimarer Republik

Auch in der Weimarer Republik konnte die Zentrumspartei ständig konstante Wahlergebnisse verbuchen und stellte somit regelmäßig Abgeordnete im Reichstag. Zusammen mit der SPD und DDP bildete sie seit 1919 die Weimarer Koalition. Sie war bis 1932 an allen Regierungen beteiligt und ging demnach verschiedene Koalitionen ein. Mitte der 1920er Jahre setzte sich das Zentrum zunehmend für eine nationalbewusste Außenpolitik ein, die die Isolation Deutschlands wieder rückgängig machen sollte. Nach Bruch der großen Koalition 1930 regierte Heinrich Brüning, der überwiegend das Parlament umging, das erste Präsidialkabinett der Weimarer Republik. 1932 folgte Franz von Papen auf sein Amt und setzte sich dafür ein, die aufstrebende NSDAP in die Regierung zu integrieren. Ursprünglich wollte er die Nationalsozialisten innerhalb weniger Wochen an die Wand „zähmen“. Mit Adolf Hitler als neuer Reichskanzler sollte die Zentrumspartei aber wie alle anderen Parteien keine Rolle mehr spielen2.

Nationalsozialistische Diktatur

Wegen Terror und Einschüchterung der SA und SS stimmte die Zentrumspartei dem am 23. März 1933 verabschiedeten Ermächtigungsgesetz im Reichstag zu. Die zunehmende Verfolgung von Katholiken und Deportationen in Konzentrationslager ließen den Einfluss der Partei schließlich erblassen. Zwischen 1933 und 1945 wirkte sie wie alle anderen Parteien – bis auf die NSDAP – nicht an den politischen Richtlinien mit3.

Die Ära Adenauer

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von ehemaligen Anhängern und Befürwortern christlich-demokratischer Gruppen die CDU gegründet. Im Gegensatz zur Vergangenheit schlossen sich jetzt Katholiken mit Protestanten zusammen, weshalb das Wort „Union“ in der Abkürzung gebraucht wird. Der 1949 erstmals gewählte deutsche Bundeskanzler war CDU-Politiker Konrad Adenauer. Außenpolitisch unterstützte er die Westintegration. Mit Wirtschaftsminister Ludwig Erhard wurde der Lebensstandard in der Bundesrepublik durch die Soziale Marktwirtschaft deutlich verbessert. Adenauer versöhnte Deutschland mit den Westmächten und förderte wirtschaftliche Zusammenarbeit, während er sich damit ausdrücklich von der DDR distanzierte. Nach seiner Amtszeit 1963 folgten Erhard und Kiesinger seinem Amt als Bundeskanzler4.

CDU unter Helmut Kohl

Nachdem sich die CDU zwischen 1969 und 1982 nur hinter der SPD behaupten konnte, wählte der Bundestag mit Helmut Kohl wieder einen CDU-Politiker als Bundeskanzler. In seiner Amtszeit ereigneten sich der Fall der Berliner Mauer und die deutsch-deutsche Wiedervereinigung. Mit dem 10-Punkte-Programm ebnete er maßgeblich den Weg für den Beitritt der DDR zur BRD. Seine europäische Integrationspolitik wurde später durch ungelöste wirtschaftliche und sozialpolitische Probleme in Frage gestellt. 1998 übernahm Gerhard Schröder (SPD) das Amt des Bundeskanzlers. Nachdem ein Jahr später bekannt geworden war, dass Kohl die jährlichen Parteispenden unterschlagen hatte, stürzte die CDU durch den Spendenskandal in eine Krise5.

Merkel als erste Bundeskanzlerin

Nach der Spendenaffäre kam es seit 2000 zu einem Neuanfang in der Führungsebene der CDU. In diesem Jahr wurde Angela Merkel als erste Parteivorsitzende gewählt und konnte mit der CDU in den Folgejahren zunehmend Erfolge bei Landtagswahlen verbuchen. Bei den Bundestagswahlen 2005 behauptete sich die CDU als stärkste Partei und stellte mit Merkel als erste Bundeskanzlerin eine Große Koalition mit der SPD6. Mit dem Stimmenzuwachs der FDP auf den Bundestagswahlen 2009 regierte die CDU seitdem in einer schwarz-gelben Koalition.






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