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  • Friedrich I. erhob Preußen 1701 zum Königtum und ging mit Brandenburg eine Personalunion einFriedrich I. erhob Preußen 1701 zum Königtum und ging mit Brandenburg eine Personalunion ein
  • Friedrich der Große führte erfolgreiche Kriege, vergrößerte das preußische Territorium und baute Preußen damit zur Großmacht ausFriedrich der Große führte erfolgreiche Kriege, vergrößerte das preußische Territorium und baute Preußen damit zur Großmacht aus
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  • Preußens Ministerpräsident Otto von Bismarck wurde in den 1860er Jahren zur treibenden Kraft der deutschen ReichsgründungPreußens Ministerpräsident Otto von Bismarck wurde in den 1860er Jahren zur treibenden Kraft der deutschen Reichsgründung

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Quellenverweise

Brandenburg-Preußen

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Der Aufstieg Preußens zur Großmacht im 18. und 19. Jahrhundert war eine entscheidende Voraussetzung für die Entstehung eines deutschen Nationalstaats. Seit der Personalunion 1701 etablierte sich Brandenburg-Preußen zu einem gleichwertigen Konkurrenten Österreichs um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich. Man sprach vom Deutschen Dualismus. Insbesondere durch Friedrich den Großen konnte Preußen sein Territorium im Siebenjährigen Krieg vergrößern und einen effizienten Verwaltung- und Militärapparat aufbauen. 1871 vereinigte Preußen nach militärischen Erfolgen in den Einigungskriegen die vielen deutschen Kleinstaaten zum Deutschen Kaiserreich.

Personalunion mit Brandenburg

Das Gebiet Preußens bestand im 17. Jahrhundert zunächst aus der Mark Brandenburg – als Kurfürstentum im Heiligen Römischen Reich -, dem Herzogtum Preußen und einigen Gebieten im Westen des Reiches. Um diese verstreuten und zusammenhangslosen Besitzungen dauerhaft zu vereinen, plädierte Friedrich I. 1701 für eine Rangerhöhung, mit der er Preußen 1701 zum Königtum erhob. Den Königstitel durfte Friedrich allerdings nicht auf Brandenburg beziehen, weil dieses Gebiet Teil des Heiligen Römischen Reiches war. Ihm stand lediglich der Titel „König in Preußen“ zu, weil ein Teil des preußischen Territoriums zu dieser Zeit noch unter polnischer Hoheit stand. Seit 1701 bildete Preußen demnach eine Personalunion mit Brandenburg. Begünstigt wurde der Aufstieg Preußens zur Großmacht auch durch die Einwanderungswelle nach dem Dreißigjährigen Krieg. Da Preußen seit der Reformation protestantisch geworden war und Religionsfreiheit gewährte, bot es religiös verfolgten Minderheiten Schutz und Zuflucht.1

Deutscher Dualismus

Charakteristisch für die frühneuzeitliche Geschichte wurde der Kampf zwischen Preußen und Österreich um die Vormacht im Heiligen Römischen Reich – dem späteren Deutschland. Durch effiziente Reformen in Verwaltung und Militär schuf der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. wichtige Voraussetzungen für den Aufstieg Preußens zur Großmacht. Sein Sohn Friedrich II. – später Friedrich der Große genannt – erweiterte das preußische Territorium im Siebenjährigen Krieg um Schlesien. Dabei nutzte er die Schwäche der Erzherzogin Maria Theresia von Österreich aus. Nach der ersten polnischen Teilung 1772 konnte das Verbindungsstück zwischen Brandenburg und Preußen annektiert werden. Durch diese militärischen Eroberungen war Preußen nun endgültig zur europäischen Großmacht aufgestiegen. Innenpolitisch setzte Friedrich II. einige Reformen als Teil des Aufgeklärten Absolutismus durch. Preußen wurde ein gleichwertiger Konkurrent Österreichs und kämpfte im Deutschen Dualismus um die Vorherrschaft.2

Wiener Kongress

Nach den großen Eroberungen im 18. Jahrhundert führte Friedrich Wilhelm II. das Allgemeine Preußische Landrecht ein und gewährte den Bürgern damit rechtliche Sicherheit. Durch die Napoleonischen Kriege musste Preußen gegen Frankreich zunächst militärische Verluste hinnehmen. Die preußischen Reformen machten das Staats- und Verwaltungssystem deutlich effizienter. Nachdem Preußen, Österreich und Russland Frankreichs Vorherrschaft über Europa 1815 beenden konnten, sorgte der Wiener Kongress für eine territoriale Neuordnung Europas. Preußen, Österreich und Russland schlossen in der Heiligen Allianz ein Bündnis. Zum einen wurden Preußen die ehemaligen polnischen Gebiete zugesprochen. Durch das Ende des Heiligen Römischen Reiches, dessen Staaten nun in den Deutschen Bund eintraten, erhielt Preußen zudem Westfalen und Rheinland. Die Zeit nach 1815 in Preußen war darüber hinaus von innenpolitischen Reformen in Verwaltung, Militär und Gewerbe geprägt. Vor allem die durch Wilhelm von Humboldt durchgesetzten Bildungsreformen, die die Universitäten maßgeblich ausbauten, ließen Preußen als Großmacht zunehmend erstarken.3

Reichsgründung

Nach der Revolution 1848/49 brach die Heilige Allianz zwischen Preußen, Österreich und Russland allmählich auseinander. Der Deutsche Dualismus trat wieder in den Vordergrund. Preußens Ministerpräsident Otto von Bismarck baute das preußische Militär nach dem Heereskonflikt weiter aus und ging nun den Konflikt mit Österreich ein. Er berücksichtigte dabei die bürgerlichen Forderungen, die sich schon länger die Gründung eines deutschen Einheitsstaates wünschten. Durch die sogenannten Einigungskriegen weitete Preußen sein Staatsterritorium – auf Kosten Österreichs – über Deutschland aus. Den entscheidenden Wendepunkt in der deutschen Geschichte markierte der Deutsche Krieg 1866, in dem Österreich von Preußen geschlagen wurde. Preußen annektierte die nördlichen Gebiete des Deutschen Bundes und vereinigte diese 1867 zum Norddeutschen Bund. Nach dem Sieg im deutsch-französischen Krieg 1870/71 kam es nach dem Eintritt der süddeutschen Staaten schließlich zur deutschen Reichsgründung unter preußischer Vormacht.4






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