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  • Durch Martin Luthers 95 Thesen hatte sich das Christentum in verschiedene Konfessionen gespaltenDurch Martin Luthers 95 Thesen hatte sich das Christentum in verschiedene Konfessionen gespalten
  • Der Augsburger Religionsfrieden 1555 erlaubte jedem Fürst die freie Bestimmung über die Konfession in seinem TerritoriumDer Augsburger Religionsfrieden 1555 erlaubte jedem Fürst die freie Bestimmung über die Konfession in seinem Territorium
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Quellenverweise

Augsburger Religionsfrieden

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Seit Martin Luthers 95 Thesen hatte sich seit 1517 in einigen deutschen Gebieten des Heiligen Römischen Reiches die Reformation ausgebreitet. Damit begann das konfessionelle Zeitalter. Obwohl Luthers Schriften vom Kaiser und Papst als Häresie verurteilt worden waren, verbündeten sich die protestantischen Fürsten im Schmalkaldischen Bund. Nach langen Verhandlungen wurde auf dem Augsburger Reichstag 1555 ein Reichsgesetz verabschiedet, das jedem Fürst die freie Religionsausübung in seinem Land – katholisch oder protestantisch – erlaubte. Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden legte das friedliche Nebeneinander der beiden Konfessionen schriftlich fest,

Reformation

Im Jahr 1517 übermittelte der Augustinermönch Martin Luther dem Erzbischof Albrecht von Brandenburg ein Schriftstück von 95 Thesen. Darin verurteilte er die Misstände der römisch-katholischen Kirche, die sich durch Ablasshandel und Simonie immer korrupter zu entwickeln schien. Kaiser Karl V. erklärte Luther zum Ketzer und verhängte über ihn im Wormser Edikt die Reichsacht. Luther erhielt aber von seinem Landesherrn Friedrich dem Weisen Schutz in Sachsen. Seine reformatorischen Hauptschriften konnten sich im Reich durch die Erfindung des Buchdrucks schnell verbreiten und wurden von einigen Landesfürsten begrüßt. Das Christentum spaltete sich nun in zwei Konfessionen, den Katholiken und Protestanten. Auf dem Reichstag zu Speyer 1529 stellten sie sich auf Luthers Seite und forderten die uneingeschränkte Ausbreitung seiner Lehre. Sie begründeten dies mit der Glaubensfreiheit jedes Einzelnen. Damit verbanden sich auch politische Ziele, da sich die Landesfürsten damit unabhängiger von der Kirche machen wollten.1

Confessio Augustana

Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 legten einige reformatorisch gesinnte Landesfürsten ein Glaubensbekenntnis vor, die Confessio Augustana. Kaiser Karl V. und die katholischen Fürsten nahmen dieses Schriftstück allerdings nicht an. Da die protestantischen Fürsten eine gewaltsame Rekatholisierung befürchteten, gründeten sie 1531 den Schmalkaldischen Bund. Religionsgespräche und Versuche zur Wiedervereinigung beider Konfessionen scheiterten in den folgenden Jahren. Kaiser Karl V. ging nun militärisch gegen die Protestanten vor und besiegte sie im Schmalkaldischen Krieg 1547. Eine wichtige Rolle spielte Moritz von Sachsen. Er hatte den Kaiser trotz seiner protestantischen Neigung im Schmalkaldischen Krieg unterstützt und erhielt dadurch die Kurwürde. Durch seinen Seitenwechsel zettelte er aber 1552 einen Fürstenaufstand gegen Karl V. an und trieb ihn damit zur Flucht. Wegen dieser Verdienste wurde Moritz von den Protestanten als „Retter der Reformation“ gepriesen.2

Augsburger Reichstag 1555

Nach den Konflikten im Schmalkaldischen Krieg und dem Fürstenaufstand war dem Kaiser und den katholischen Fürsten nun bewusst, dass der Protestantismus nicht mehr militärisch besiegt werden konnte. Der Bruder Karls V., Ferdinand I., gewann an politischen Einfluss und berief 1552 einen Reichstag in Passau ein. Mit dem Passauer Vertrag wurde ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen beiden Konfessionen geschlossen. Die Reichspolitik übernahm nun Ferdinand I. Auf dem Augsburger Reichstag 1555 verhandelten die Fürsten über einen allgemeinen Landfrieden. Damit stellten sie die religiösen Differenzen zwischen Katholiken und Protestanten vorerst in den Hintergrund. Der Augsburger Religionsfrieden erlaubte es jedem Landesfürsten, die Religion über die Untertanen in seinem Gebiet bestimmen zu dürfen. Die bekannte Formel dazu lautete cuius regio, eius religio. Die Untertanen erhielten gleichzeitig das Recht auf Auswanderung, wenn sie nicht mit der Konfession einverstanden waren. Damit wurde auch die Confessio Augustana offiziell anerkannt. Das friedliche Nebeneinander der katholischen und protestantischen Landesfürsten hatte für einige Jahrzehnte Erfolg. 1618 entbrannten die Differenzen beider Konfessionen im Dreißigjährigen Krieg.3






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