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Reichsgründung 1871

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Nach der Revolution 1848/49 existierte Deutschland lediglich als Bündnis souveräner Einzelstaaten, die unabhängig von einander regierten. Die Forderungen nach einem deutschen Einheitsstaat mit liberaler Verfassung erfüllten sich auch in den folgenden Jahren nicht. Weil Preußen und Österreich als Großmächte verblieben, zeichnete sich seitdem eine Konkurrenz um die Vormachtsstellung im Deutschen Bund ab. Der Deutsche Dualismus entbrannte. Diesbezüglich sah Bismarck im Gleichgewicht beider Staaten ein entscheidendes Hindernis, um die Vereinigung der Kleinstaaten zu realisieren. Seit 1862 vertrat er das Amt als preußischer Ministerpräsident und baute Preußens Machtstellung in Europa schrittweise aus.

Heereskonflikt

Der Heereskonflikt war eine Debatte um ein neues Militäretat und den Machtanspruch zwischen König und Parlament in Preußen. Der preußische König forderte eine Erhöhung des Militärbudgets und die Verstärkung der ihm unterstellten Linientruppen. Er war auf Kriegseroberungen vorbereitet. Das Parlament lehnte diesen Vorschlag ab und geriet in einen Konflikt mit dem König. Es weigerte sich, die erforderlichen Geldmittel aufzubringen. Im Wesentlichen illustrierte dieser Konflikt, wer die eigentliche ausführende Gewalt in Preußen besaß. Ministerpräsident Bismarck löste diesen Konflikt, indem er fortan ohne verfassungsgemäß verabschiedeten Haushalt regierte und das Parlament somit entmachtete1. Damit war der Weg nun frei für den Ausbau der preußischen Macht über Deutschland.

Einigungskriege

Um den innenpolitischen Konflikt mit dem Parlament wettzumachen, versuchte Bismarck die getrübte Stimmung durch außenpolitische Erfolge zu überdecken. Seine Art und Weise, wie er das Parlament entmachtete, stieß bei Fürsten der Kleinstaaten im Deutschen Bund zunächst auf großes Misstrauen. Die Erfolge in den Einigungskriegen waren aber eine wichtige Grundlage dafür, dass das liberale Bürgertum Bismarcks Politik immer mehr unterstützte, da es im Sinne ihrer Ziele nach Nationalstaat war. Die Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich erweckten ein verstärkt patriotisches Nationalgefühl und schufen eine Grundlage für die Lösung der Deutschen Frage. Als Dänemark seine Verfassung auf Schleswig-Holstein ausdehnte und gegen die gültigen Verträge verstieß, marschierten preußische und österreichische Truppen ein und unterstellten das eroberte Gebiet unter ihrer Verwaltung. Zwei Jahre später kam es zur Entscheidung über die Vorherrschaft in den nördlichen Gebieten: Im deutsch-deutschen Krieg siegte schließlich das preußische Militär über Österreich.
Nachdem Bismarck den Deutschen Bund auflöste, annektierte er die nördlichen Staaten und schloss sie im Norddeutschen Bund zusammen2. Bismarck führte den Konflikt mit Österreich aber nicht fort, sondern regelte einen Friedensvertrag, was im Nachhinein als diplomatische Meisterleistung betrachtet werden kann. Preußen hatte Österreich machtpolitisch nun überholt. Hier geht es zum Artikel über die Einigungskriege.

Deutsch-Französicher Krieg

Nachdem der Konflikt zwischen Österreich und Preußen gelegt wurde, hoffte der französische Kaiser Napoleon III. darauf, die Staaten des linken Rheinufers annektieren zu können. Bismarck lehnte dies ab und stellte die Gebiete unter preußische Kontrolle. Die Lage spitzte sich besonders zu, als der preußische König in der „Emser Depesche“ die Forderung verweigerte, dass zukünftig ein Hohenzollern auf die spanische Thronfolge verzichten solle3. Die französische Regierung fasste diesen Entschluss als Demütigung auf, weil das Telegramm in stark veränderter und gekürzter Form in der Presse veröffentlicht wurde. Daraus resultierte eine französische Kriegserklärung an Preußen. Im Deutsch-Französischen Krieg siegten schließlich die deutschen Truppen über Frankreich und verhafteten Napoleon III. Noch vor dem Waffenstillstand proklamierten deutsche Fürsten und Monarchen das Kaiserreich im Spiegelsaal von Versailles am 18. Januar 1871. Alle deutschsprachigen Kleinstaaten wurden nun in einem Nationalstaat vereinigt. Hier wird die Verfassung des Kaiserreichs erklärt.

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